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    Betreutes Proggen
    Du bist hier:Home»Reviews»Steve Hackett - Defector

    Steve Hackett - Defector

    0
    By Philipp Roettgers on 31. Mai 2016 Reviews

    (42:43, 58:24, 37:06, 2CDs, 1 DVD-Audio, DefectorCharisma Records/Universal Music, 1980/2016)
    Über Steve Hackett braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Von 1970 bis 1977 war er Gitarrist bei Genesis und prägte den damaligen Sound mit. Er veröffentlichte 1975 als erstes Bandmitglied ein Soloalbum, zwei Jahre später verließ er die Gruppe und etablierte sich als Solomusiker. Die drei Alben "Please Don't Touch", "Spectral Mornings" und "Defector" aus der Zeit beim Label Charisma Records zwischen 1978 und 1980 gehören für viele Fans zu den Höhepunkten in seiner Karriere. Diese drei erscheinen nun am 27.05. als 2CD+1DVD-Audio (5.1 Mix) Deluxe Editionen. Diese bieten jeweils auf der ersten CD neben dem digital optimierten Originalalbum auch noch Bonustitel. Niemand Geringerer als Porcupine Tree-Mastermind Steven Wilson hat "Please Don’t Touch" und "Spectral Mornings" von den Original-Multitrack-Bändern neu im 5.1-Surround-Sound abgemischt, zudem produzierte er von diesen beiden Longplayern einen neuen Stereo-Mix. Der 5.1-Mix von "Defector" wurde von den original Stereo-Masterbändern erstellt. Das Album enthält unter anderem auf CD 2 Steve Hacketts Auftritt beim Reading Festival 1980. Im Booklet gibt es unter anderem seltene Fotos und einen neuen Essay von Mark Powell.

    Steve Hackett selbst sagt: „Nach der Flöte auf 'The Steppes' ganz am Anfang, die ein bisschen nach Schlangenbeschwörer klingt, dröhnten heidnisch anmutende Trommeln aus der Kirche nebenan, die uns als Hallraum diente.“ So kann man den Einstieg in sein viertes Album "Defector" durchaus beschreiben. Die eingeschworene Band des Vorgängeralbums - Dik Cadbury (Bass), Nick Magnus (Keyboards), John Shearer (Schlagzeug), Pete Hicks (Gesang) und John Hackett (Flöte) - war wieder die Vielseitigkeit in Person. Steve Hackett selbst gibt zu, dass es schwer war, einen Nachfolger für "Spectral Mornings" zu produzieren, aber "Defector" schaffte es sogar in die Top 10 der Charts.

    Qualitativ reicht das Album nicht ganz an den Vorgänger heran, auch wenn die Band ein wenig mehr zusammengewachsen schien. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hackett seinen Platz in der Welt des Rocks gefunden, seine Fan-Basis war solide und froh über die Experimentierfreudigkeit des Gitarristen. Das Album war wieder instrumentaler, wie in 'Jacuzzi', 'Hammer In The Sand' und 'Two Vamps As Guests', wo die geliebte Akustikgitarre in voller Bandbreite ausgenutzt wurde. Hackett selbst sagt, dass 'The Toast', 'Leaving', 'Time To Get Out' und 'The Show' mit zu den besten Songs gehören, die er bis zu diesem Zeitpunkt geschrieben hatte. 'Sentimental Institution' ist eine gelungene Parodie auf die Big Bands der 1940er-Jahre, in der Pete Hicks aufblüht. 'Slogans' ist ein Kampf zwischen Hackett und Nick Magnus, der vor allem auch auf der Live-CD überzeugt. Nach der Tour zum Album löste Hackett diese Besetzung auf. Seine Karriere jedoch ging die eingeschlagene Richtung weiter.

    Die vorliegende Neuauflage ist rundum gelungen. CD1 bietet das reguläre Album mit Bonustracks, unter anderem einer Live-Version von 'Sentimental Institution'. CD2 beinhaltet den grandiosen Auftritt vor enthusiastischen Fans beim Reading Festival 1981 in einer neuen Besetzung. Außer Nick Magnus und John Hackett (und natürlich Steve) ist von der vorherigen Besetzung niemand übriggeblieben. Es gibt keinen Hauptsänger, dafür hören wir Chas Cronk am Bass und Ian Mosley von Marillion an den Drums. Man möchte als Fan der Band fast sagen, dass man ihn heraushören kann.

    Die dritte Disc ist eine DVD mit neuen Pseudo-5.1-Mixen von den original Stereotapes, da die Multitrack-Bänder nicht mehr aufzufinden waren. Alle drei Discs haben das alte Charisma-Label-Logo, den „mad hatter“. Außerdem ist das Artwork neben dem bekannten Albumcover gespickt mit Zeitungsausschnitten und den Single-Covers jener Zeit, das Booklet vereint alte Fotos, die Lyrics zum Album sowie einen Begleittext von Mark Powell, in dem auch Hackett selbst zu Wort kommt.
    Bewertung: 13/15 Punkten (DH 11, KR 12, PR 13)

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    5.1 Mix 80er CD Charisma Chas Cronk DVD Dik Cadbury England Flöte Genesis Ian Mosley John Hackett John Shearer Marillion Mark Powell Nick Magnus Pete Hicks Reissue Remix Steve Hackett Steven Wilson Universal Music live
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    Philipp Roettgers

    “Journalism is a low trade and a habit worse than heroin, a strange seedy world of misfits and drunkards and failures.” - Hunter S. Thompson. “Art is long and life is short, and success is very far off.” - J. Conrad

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