Port Noir – The New Routine

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(45:19, CD, InsideOut / Sony Music, 2019)
Das schwedische Alternative-Rock-Trio Port Noir um Love Andersson (Gesang, Bass), Andreas Wiberg (Schlagzeug) und Andreas Hollstrand (Gitarre, Background Gesang) besteht bereits seit 2011. In den letzten Jahren tourte man u.a. zusammen mit Pain Of Salvation, Karnivool oder In Flames.

Der Werbezettel zum aktuellen Album “The New Routine” spricht von “Old-School-Rock mit modernem Pop, R&B und Hip-Hop sowie einem kreativen und minimalistischen Sound”. Der Dreier aus dem südlich von Stockholm liegenden Södertälje verbindet energetischen, zeitgemäßen Rock mit reichlich Melodien, schreckt gleichzeitig nicht vor knarzigen, offensiven, ziemlich verzerrten Sounds und Samples zurück und einer gewissen 80er Jahre Tasten-Ästhetik. Klingt auf den ersten Blick etwas krude und leicht ruppig, funktioniert aber in seiner Gesamtheit erstaunlich gut.

Der große Pluspunkt von Port Noir ist definitiv die melodische, geradlinige Komponente, die den drei- bis vierminütigen Songs eine griffige Harmonik verleiht. Trotzdem wird ordentlich losgerockt, was mal bei ’13’ sogar an eine ungewöhnliche Mixtur aus The Beastie Boys, Rage Against The Machine und kunstvollem, hymnischen Pop erinnert. Zudem bleibt der Sprechgesang-Anteil nur ein gelegentliches Stilmerkmal, sind es vor allem aggressive Gitarren und satte Klangbilder, die den stilistischen Tonfall der Schweden bestimmen.

In erster Linie sind Port Noir eine moderne, energetische Rockband, die aber immer den Blick über den Tellerrand wagen. Der abwechslungsreiche Crossover von Port Noir ist routiniert und modern umgesetzt, verfügt über den nötigen Druck, interessante, elektronische Einflüsse, hat ebenfalls Pop-Potenzial. Gerade mit den weit ausholenden Melodiebögen spricht man eine weiter gefasste Hörerschaft an.

Erhältlich als CD, LP+CD und digitialer Download.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 9, KS 11)

Port Noir (Foto: John Gylhamn)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Port Noir – The New Routine

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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