Greg Lake – Live In Piacenza

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(63:32, CD, Manticore Italy, 2017)
Wenn knapp ein Jahr nach dem Tod von Greg Lake, aber mehr als fünf Jahre noch dem eigentlichen Auftritt ein Livealbum dazu erscheint, dann kann dies beim ersten Eindruck einen etwas schalen Beigeschmack erzeugen. Doch da dieses Album ebenfalls auf der offiziellen Webpräsenz beworben wird, sind die Vorbehalte schnell bei Seite geschoben, steckt auf dem zweiten Eindruck dahinter doch etwas mehr: nämlich der Versuch das Schaffenswerk dieses Künstlers auf dessen letzter Tour entsprechend zu würdigen.

Bereits 2013 erschien „Songs Of A Lifetime“, wohinter sich ein abendfüllendes Programm von Greg Lake verbarg, bei dem er locker und sympathisch über seine Einflüsse und den eigenen musikalischen Werdegang plauderte, lediglich unterbrochen von musikalischen Beiträgen, die seine komplette Karriere umfassten. Aus derselben Konzertreihe stammt auch „Live in Piacenza“, entstanden Ende 2012 im ausverkauften Teatro Municaple dieser norditalienischen Kleinstadt. Ausnahme bei diesem Auftritt im Gegensatz zu anderen Auftritten, welche im Rahmen des Festivals „Musiche Nuove in Piacenza“ entstanden: Greg Lake huldigt hier mit italienschen Progmusikern seiner Vergangenhei, wie z.B. ex-Le Orme-Sänger / -Bassist Aldo Tagliapietra, sowie ex-PFM, Acqua Fragile-Sänger Bernardo Lanzetti.

So werden zwar Ausschnitte und reduzierte Versionen aus Greg Lake Beiträgen bei King Crimson (u.a. ’21st Century Schizoid Man‘, ‚I Talk To The Wind‘,. ‚Epitaph‘, ‚In The Court Of The Crimson King‘), seinem Solomaterial und logischerweise jede Menge Emerson Lake & Palmer Klassiker (u.a. ‚From The Beginning‘, ‚Still…You Turn Me On‘, ‚Lucky Man‘) bzw. auch Emerson Lake & Powell Material (‚Touch & Go‘) präsentiert, desgleichen bekommt man aber ebenso Interpretationen von frühen Rock’n’Roll Einflüssen wie Elvis Presley (‚Heartbreak Hotel‘), The Beatles (‚You’Ve Got To Hide Your Love Away‘) oder Johnny Kidd & The Pirates (‚Shakin‘ All Over Over‘) geboten.

Eine echte Bewertung ist bei diesem Album nur schwerlich möglich, da es sich mehr um eine launige, recht kurzweilige Werkschau bzw. ein Dokument einer etwas anderen Solotour handelt, denn um ein echtes, komplettes Soloalbum. Das Album ist verschiedenen Ausgaben erhältlich, u.a, als limitierte Box Set im Goldprägedruck bzw. handnummerierte Doppel Vinyl Edition, aber auch nur als reine CD-Version. Mag nun jeder Fan für sich selbst entscheiden, wie er dem Werk von Greg Lake huldigen möchte.
ohne Bewertung

Greg Lake (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Greg Lake – Live In Piacenza

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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