Carpet – Secret Box

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(43:03; CD, LP, Elektrohasch Records/Sonic Rendezvous, 2017)
Die Geheimniskrämerei hat ein Ende: Anfang Mai erschien die „Secret Box“ des Augsburger Quartetts Carpet. Wer jetzt an die Puppenkiste aus selbigem Ort denkt, liegt gar nicht so verkehrt, denn die Puppen tanzen auch hier.

Ein sanftes Synth-Pad weht dem Hörer um die Ohren. Bass und Schlagzeug setzen mit einem fast künstlich klingenden Beat ein, der an Synth-Pop aus den 80er-Jahren erinnert, Fender-Rhodes-Akkorde schmiegen sich an. Dann setzt Hall-geschwängerter, schwebender Gesang ein. So öffnen Carpet mit dem Titel ‚Temper‘ die „Secret Box“.

Fans, die das letzte Studioalbum „Elysian Pleasures“ noch im Ohr haben, dürften sich erstaunt zeigen, denn „Secret Box“ klingt zunächst deutlich weniger progressiv und die Genre-typischen verzerrten Gitarrenriffs bleiben vorerst aus. Stattdessen kommen Trompete, Flügelhorn und Vibraphon zum Einsatz – eine Instrumentierung, die eher dem Jazz zuzuordnen ist. Tatsächlich bewegt sich „Secret Box“ irgendwo zwischen psychedelisch-progressivem Rock, Blues und Jazz.

Und das Staunen nimmt kein Ende: In ‚One Step Minuet‘ wird der Hörer auf einem fliegenden Teppich aus orientalisch angehauchten Rhythmen und Trompeten-Melodien in fernöstliche Welten entführt. Zugegebenermaßen ist das nicht das, was man von einem Elektrohasch-Release erwarten würde, doch spätestens mit ‚Shouting Florence‘, einem Titel mit klassisch-rockigem Intro, erhaschen Carpet dann auch die Anhänger verzerrter Gitarrenriffs.

Auch die Vinyl-Liebhaber kommen nicht zu kurz, denn wie gewohnt gibt Elektrohasch neben der für das Label üblichen 180g-LP auch eine streng limitierte farbige Platte heraus. Wer jetzt noch unschlüssig ist, kann sich bei Gelegenheit zunächst live von den Qualitäten der Band überzeugen.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 10, KR 11, PS 11)

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Carpet – Secret Box

von Patric Sulz Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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