Roland Bühlmann – Bailenas

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(50:33, CD, Eigenveröffentlichung, 2017)
Nachdem zuletzt das 2014er-Album „Aineo“ des Schweizers Roland Bühlmann hier rezensiert wurde, widmen wir uns nun dessen im April dieses Jahres erschienenen Nachfolger „Bailenas“.

Kurzes Selbstzitat: „Roland Bühlmann ist ein schweizerischer Gitarrist, Komponist und Produzent, der jahrelang mit diversen Musikern und Bands gespielt hat und sich nun solo Gehör verschafft.“ „Aineo“ war komplett allein im Heimstudio aufgenommen worden, und auch auf „Bailenas“ hat Bühlmann wieder alles selbst komponiert und produziert, zudem spielt er auch auf diesem Album alle Instrumente selbst.

Neben elektrischen Gitarren und Bass sind das diesmal Hanottere (auch Emmentaler Halszither), ein traditionelles Schweizer Instrument, Steine aus aus dem Fluss Emme (interessant!), und eine Shofar, ein Blasinstrument aus dem Vorderen Orient. Für die Drums sind diesmal neben Loopmasters die Programme Beta Monkey Music und Drumtracks zuständig, das Mastering hat Matthias Heimlicher übernommen, und das Coverfoto stammt von Igor Glushko.

Das Titelstück weckt Erinnerungen an das Vorgängeralbum, der Stil von „Aineo“ wird auf „Bailenas“ auf hohem musikalischen Niveau weitergeführt. Bühlmann selbst bezeichnet ihn als „eine Mischung aus Progressive Rock, Fusion und einer Prise Postrock“. Dem kann man durchaus zustimmen. Auch sind die Tracks ‚Baileneas‘, ‚Cinnamon‘ und ‚Zammeru‘ alle zwischen sieben und acht Minuten lang, ‚Rougeoyer‘ über zehn und ‚Pange Chorda‘ sogar über achtzehn.

Bereits im Opener hört man neben der oben genannten musikalischen Genre-Mischung auch alle genannten Instrumente, nur die Steine vermag der Betreuer nicht herauszuhören. Wie beim Vorgänger fällt wieder das toll programmierte Schlagzeug auf, das sich nicht hinter manch einem Drummer aus Fleisch und Blut zu verstecken braucht. Dies gilt besonders auch beim im folgenden ‚Cinnamon‘ und zieht sich durch das ganze Album. Im abwechslungsreichen ‚Rougeoyer‘ gibt es sogar Tablas zu hören. Und insgesamt findet sich auch der eine oder andere krumme Takt auf der Scheibe.

Auch auf diesem Album kommt nicht nur wegen der Arbeitsweise wieder der Vergleich zu Mike Oldfield in den Sinn. Letztes Mal war das Fazit: „Man darf gespannt sein, was Herr Bühlmann als Nächstes anpackt.“ „Bailenas“ ist „Aineo“ ist qualitativ ebenbürtig und ebenso einfallsreich. Mit Alben dieser Art darf uns Roland Bühlmann noch lange erfreuen!
Bewertung: 11/15 Punkten

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Über den Autor

Philipp Roettgers

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Roland Bühlmann – Bailenas

von Philipp Roettgers Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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