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    Du bist hier:Home»Reviews»EelST – Yes We Can‘t

    EelST – Yes We Can‘t

    0
    By Frank Bender on 3. April 2017 Reviews

    (63:25, 64:47, 2 CD, earUSIC/Edel, 2017)
    Was haben The Tubes ('White Punks On Dope'), Frank Zappa, Jethro Tull, Le Mystère Des Voix Bulgares, Mother‘s Finest und Dr. Funkenstein gemein? Sie spielen den Soundtrack zur Verfilmung der Biografie von Elio; seine spannenden Geschichten sind weltberührt. Aber EelST können auch selbst spielen, denn sie tarnen sich gelegentlich als Rockband, um zu kaschieren, dass sie im richtigen Leben eigentlich gar nicht existieren. Zur Aufrechterhaltung des schnöden Scheins ist ihnen jedes Mittel Recht: Sie benutzen immer wieder bereits fertige Musikaufnahmen anderer Künstler, die sie in einem anderen Kontext verwenden und bedienen sich darüber hinaus elektronisch generierter Klänge. Auf diese Weise haben sie sich mehrere falsche Identitäten - The Sample Minds, Eclectronic etc. - angeeignet. Als Phantom des Opfers geistern sie durch der Zeitzeugen Achtlosigkeit, die nicht ungerächt bleibt. Stefano Belisari schlüpft dabei in die Rolle des Elio, Sergio Conforti wird zu Rocco Tanica, Nicola Fasani nimmt das Pseudonym Faso an, Davide Civaschi verwandelt sich in Cesareo, Christian Meyer bricht das Gesetz der Serie und nennt sich Meyer (Bei diesem Allerweltsnamen kein Problem.), Antonello Aguzzi mutiert zu Jantoman und Luca Mangoni behält ebenfalls seinen Nachnamen bei. Wer welches Instrument spielt, ist überhaupt nicht von Belang; möglicherweise spielt sich ohnehin alles, was der Rezipient hört bzw. zu hören scheint, im Bewusstsein dieses Hörers ab. Somit gibt es weder Musiker noch Instrumente (siehe oben) und schon gar keine Hörer, höchstens bei Telefonen.

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    Besonders interessant an EelSTs Musik sind die vielgestaltigen musikalischen Einflüsse, die von Jazz über Klassik, Soul, Gospel, Country, Reggae, Latin, Funk, Pop, Prog, Punk, Rock bis hin zu Metal reichen. Während auf der ersten CD hauptsächlich Uptempo-Nummern enthalten sind, finden sich auf CD zwei teilweise getragene Titel, die mitunter sogar in Orchester-Arrangements eingebettet sind. Beide Teilansichten von EelST wissen zu gefallen, wobei die schnelleren Stücke oftmals einen höheren Grad an Abwechslungsreichtum bieten. Als Hochlicht auf der zweiten CD dürfte eine Cover-Version aus dem Musical Jesus Christ Superstar gelten; um welches Lied es sich dabei handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten - schließlich ist das die Spezialität von Judas. (Komm herein und finde wieder hinaus!) Das letzte Stück hält eine satte Überraschung parat: The One And Only Ike Willis gibt sich die Ehre und macht „Tell Me You Love Me“ zu einem ganz besonderen Hörerlebnis.

    Diese Bande mainstreamverachtender Individualisten (er)zeugt im Zuge einer wilden Kopulation mit den Mothers Of Invention innerhalb des Circle of Illusion im Zustand der Ersten Allgemeinen Verunsicherung die (H)Ausgeburt des Pompösen, manchmal auch des Ominösen oder gar Monströsen, doch immer in höchstem Maße Humorösen. (Tut Humor belangen die „In-Musik“? Ja, es tutet.) Die kleinen Italiener, die an Beltane im Mai-Land strandeten, gibt es bereits seit dem Jahr 1980; die sieben Sechs-Gscheiten ziehen alles und jeden durch den Cappuccino, sogar und gerade auch sich selbst. Nebenbei sei folgendes bemerkt: EelST steht für „Elio e le Storie Tese“, was nahe legt, das es sich bei den musizierenden Hofnarren um Italiener handelt, wobei das Debütalbum aus dem Jahr 1989 bezeichnenderweise einen zypriotischen Titel hatte. So viel Eigen-Sinn muss belohnt werden, deshalb wird es höchste Zeit, dass EelST auch weit über Italiens Grenzen hinaus bekannt werden. Also los: An die CD-Player, (ein)laden, Feier!
    Bewertung: 12/15 Punkten

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    Antonello Aguzzi CD Christian Meyer Davide Civaschi Edel EelST Elio e le Storie Tese Glam Rock Gospel Ike Willis Italien Jazz Klassik Luca Mangoni Nicola Fasani Orchester Pseudonyme Sergio Conforti Soul Stefano Belisari earMusic zappaesk
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    Frank Bender

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