Kepler Ten – Delta-V

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(50:46, CD, White Star/Just For Kicks, 2016)
Was für eine Freude; endlich mal wieder eine Prog-Band, die vor Energie und positiver Ausstrahlung geradezu sprüht. Nachdem Jadis auf ihrer jüngsten Veröffentlichung etwas schwächeln, kommt hier die Jade-Frischzellenkur im Quadrat. Besonders im Riffing sind Ähnlichkeiten mit Rush nicht von der Hand zu weisen und bei den Soli schaut manchmal sogar Eddie Van Halen neugierig um die Ecke; gepaart wird das Ganze mit HardRock-Einflüssen. It Bites taugen ebenfalls als Vergleich hinsichtlich der Melodieführung, genau wie Black Sabbath zur „Seventh Star“-Phase oder Ultravox in einer Heavy Metal-Ausgabe. Die Stimme von James Durand, der auch den Bass und die Keyboards bedient, ist äußerst prägnant; sie kann sehr kraftvoll sein, aber auch die Ohren wie Honigtau umschmeichelnd. Mit der klebrigen Zuckerwatte eines Michael Sweet hat der gute James definitiv nichts im Sinn. Manchmal erinnert sein Organ auch an Gary Moore zu dessen besten Zeiten. Außergewöhnlich! Die Mitmusiker sind Steve Hales (Schlagzeug, Piano) und Richie Cahill (Gitarre). Leider sind Chorgesänge eher selten und wenn sie auftauchen, wird James‘ Stimme gedoppelt; die Hinzunahme eines vierten Bandmitglieds mit einer guten Stimme wäre sicherlich keine schlechte Idee.

„Delta-V“ beginnt mit einem knapp zehnminütigen Kurz-Longtrack, der sich auch als Titelmelodie eines Science-Fiction-Films im Stil von „Arrival“ eignen würde. Die Songtexte dieser CD befassen sich unter anderem mit heliobiologischen Themen. Die Sonnenaktivität ist für die gesamte Biosphäre der Erde von größter Wichtigkeit und korreliert unter anderem mit der menschlichen Gefühlsebene. Sonneneruptionen können zusammen mit dem aus dem Zentrum der Milchstraße stammenden, direkt auf die Erde gerichteten Energiestrahl das Erdmagnetfeld zum Erliegen bringen bzw. zu dessen Umpolung führen, was sehr wahrscheinlich zu globalen Stromausfällen führen und unter anderem die sogenannte Müll-DNS (= mehr als 90 Prozent der Gesamt-DNS) sowie die brachliegenden Hirnkapazitäten (= mehr als 90 Prozent der Gesamt-Hirnkapazität) aktivieren wird. Stark vereinfacht lässt sich dieser Prozess auf folgende Formel bringen: Elektromagnetismus aus – Bewusstsein an! (Interessant sind in diesem Zusammenhang der elektromagnetische Körper des Menschen, die in seinem Gehirn befindlichen Magnetit-Kristalle und der körpereigene, LSD-ähnliche Stoff DMT, der von der Epiphyse gebildet wird und zu einer Erweiterung des Bewusstseins führt.) Hinzu kommt noch die Schwingungserhöhung der Erde, die in Form der Schumann-Frequenz messbar ist und bei vielen Menschen zu schulmedizinisch nicht erklärbaren Symptomen führt.

Die Musik von Kepler Ten erzeugt bei geschlossenen Augen Bilder, die einem astrophysikalischen Monumental-Dokumentarfilm ähneln. Großartig! Im Verlauf des Longtracks am Ende des Albums, das die erste Veröffentlichung dieser Sunny Prog-Band darstellt, werden Erinnerungen an Queensryches „Operation: Mindcrime“ wach; das ist in der Tat großes Kino.
Bewertung: 13/15 Punkten (FB 13, KR 10)

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Kepler Ten – Delta-V

von Frank Bender Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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