3rd Ear Experience – Stones of a Feather

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(73:00, CD, Eigenpressung/Just For Kicks, 2016)
Bereits Mitte November haben die Desert Psych Rocker 3rd Ear Experience ihr viertes Album „Stones of a Feather“ im Eigenverlag herausgebracht – in Deutschland via Just for Kicks vertrieben. Im Januar 2017 lässt Space Rock Productions auch eine LP-Veröffentlichung folgen, ausgestattet mit einem Bonustrack.

In seinem Making of Stones of a Feather, erklärt Frontmann Robbi Robb (Gitarre), dass es eines Raumes bedarf, damit etwas existieren und zu Stande kommen kann. „Das Leben ist eine ewige Suche nach Erleuchtung. Manche finden sie in der Kirche, 3rd Ear Experience finden ihre Inspiration inmitten der kalifornischen Wüstenlandschaft von Joshua Tree, in der von Bobby Furst erschaffenen FurstWurld Gallery of Music and Performing Arts.“ Es handelt sich um eine große Hütte, gefüllt mit den künstlerischen Absurditäten des Bobby Furst, in der die 18 (!) Musiker  sich der kreativen Atmosphäre hingeben und gemeinsam jammen. Nicht umsonst nennt Robb ihn einen Schamanen. Ist es nur ein Zufall, dass in Joshua Tree auch die legendären Desert Sessions stattgefunden haben, die von Josh Homme und Brant Bjork ins Leben gerufen wurden? Die Wüstenlandschaft scheint eine beliebte Quelle der Inspiration zu sein.  ‚Flight Of The Annunak‘ ist der erste Titel des Albums. Casey Kiernan präsentiert in ihrem Video auf eine psychedelische Art und Weise die Umgebung, in der die Band arbeitet, passend zum ambient-angehauchtem Einstieg in das Album.

Der Opener kündigt den atmosphärischen und experimentellen Klang bereits an, der sich durch das gesamte Album zieht. ‚The Old Woman´s Dance‘ zeichnet sich durch das von Kurosh Showghi gespielte Didgeridoo aus. 3rd Ear Experience vereinen so viele Stilrichtungen, dass es nahezu unmöglich ist, sie einer Kategorie zuzuordnen und genau das scheint auch das Ziel zu sein. Die musikalischen Möglichkeiten sind grenzenlos. Beispielsweise finden Verschmelzungen statt, wie sie üblich für den Space Rock sind. Der dritte Titel, ‚Return Of The Peacock‘, versetzt den Hörer mit kosmischen Sounds in einen Trancezustand. Der Titel und die ähnlichen Sounds lassen vermuten, dass es sich hierbei um die Fortsetzung zu „Peacock Black“ (2013) handelt. Zuletzt macht ‚Spacetripping‘ seinem Namen alle Ehre. Verfrickelte Riffs und Stoner Elemente bilden einen würdigen Abschluss.

Wer mit 3rd Ear Experience vertraut ist und frühere Werke wie „Incredible Good Fortune“ schätzt, der wird schnell merken, dass „Stones of a Feather“ anders ist: Hier wird mehr experimentiert und improvisiert. Die Songs sind verträumter und ausdrucksvoller als zuvor. Manch einer wird gerade die Veränderungen und neuen Entwicklungen interessant finden. Schade ist, dass es den Bonustrack nur auf Vinyl zu hören gibt.

3rd Ear Experience haben mit ihrem neuen Album nichts Neues erfunden. Dennoch ist das Album eine klare Empfehlung für Fans von hawkwindigen Klängen, von Cream und von Longtracks. Birds of a feather flock together, heißt es. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Der Titel ‚Stones of a Feather‘ bietet eine schöne Anspielung auf das Zusammenkommen verschiedener Musiker, die gemeinsam ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ob es eine Europatour geben wird, steht noch im Raum. 2017 sieht vielversprechend aus und hört sich – mit dem Dritten – vielversprechend an!
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, DW 11)

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3rd Ear Experience – Stones of a Feather

von Deborah Wisskirchen Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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