Nik Turner – Space Fusion Odyssey

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Nik Turner - Space Fusion Odyssey(77:06, CD, Cleopatra Records, 2015)
Nik Turner, innovativer Saxophonist/Flötist, Jahrgang 1940(!), sowie ex-Hawkwind-Mitglied und deren Mitbegründer, erlebt gerade so etwas wie seinen zweiten bzw. dritten Frühling. Bereits mit „Space Gypsy“ (2013) bewies er, dass Space Rock noch lange nicht tot ist. Mit diesem Album lieferte er zusammen mit u.a. Jürgen Engler (Die Krupps), Simon House (ex-Hawkwind) und Steve Hillage (Gong) ein überaus vitales und spannendes Statement ab. „Space Fusion Odyssey“ – das Cover lehnt sich an jenes des legendären 71er-Hawkwind-Albums „In Search Of Space“ an – legt noch ein gehörige Schippe drauf, hier werden Jazz Rock, Fusion, Space Rock und Psychedelic Rock zu einer ganz eigenen Mixtur vereint. Mit überaus namhaften Gastmusikern wie u.a. Jazz-Rock-Legende Billy Cobham, dem Doors-Gitarristen Robby Krieger, sowie John Etheridge (Soft Machine) und John Weinzierl (Amon Düül II) wird auch instrumental einiges an Erfahrung und innovativer Kraft aufgefahren.

„Space Fusion Odyssey“ ist dann auch beileibe kein säuselndes und wenig inspiriertes Spätwerk, sondern es beeindruckt durch die gekonnte Verbindung von 70s-Sounds (u.a. jede Menge weiche Mellotronklänge, gespielt von Jürgen Engler), verspieltem Jazz Rock, leichten Blues-Anleihen, Krautrock-Reminiszenzen und zeitlosem Space Rock mit einem deutlichen Blick über den Tellerrand. Zwar steht das Spiel von Nik Turner unweigerlich im Vordergrund, dennoch dürfen seine Mitmusiker auch einiges an eigener Kreativität beisteuern. Vor allem lebt das fast komplett instrumental gehaltene Album von seinem steten Fluss, der Kraft von Improvisation und musikalischer Offenheit, sowie von flirrenden, blubbernden Klangeskapaden. Das Album hat so etwas wie eine zeitlose Stimmung, es überzeugt nicht nur mit schmachtenden Retro-Sounds, sondern auch mit weit ausholender spielerischer Leichtigkeit.

Dass „Space Fusion Odyssey“ keine Eintagsfliege ist, beweist die für diesen Spätherbst angekündigte US-Tour. In einfachen Worten: Space Rock ohne Verfallsdatum.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, KS 11)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Nik Turner – Space Fusion Odyssey

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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