Autor: Klaus Reckert

"everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

(61:48, CD, Moonjune/Cargo, 2018) Mark Wingfield, der Name ruft viel Angenehmes in Erinnerung: die Kooperation mit Markus Reuter zum Beispiel. Für das "The Stone House"-Album, das beim Autor in den letztjährigen Jahres-Top-10 prangt. Das hohe Abschneiden ist rückblickend eigentlich ganz einfach erklärlich: obwohl er sich selbst gar nicht mehr auf gitarristische Vorbilder bezieht, scheint Mark doch die positiven Eigenschaften der beiden Lieblingsgitarristen des Autoren zu vereinigen: das tonal-/emotionale Ausdrucksvermögen von Jeff Beck mit dem technischen Overkill von Allan Holdsworth (R.I.P.). Doch während es wohl überlegt sein will, eine Platte von diesen Gitarrengöttern in - sagen wir – Küche, Wohnzimmer oder…

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11.0
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(40:01, CD, Eigenproduktion u. -vertrieb, 2018) Was sagt dieses Bremer Duo denn über sich selbst? "düster-verspieltes Erstlingswerk", "kosmopolitische CD", "Hypnotische Bass- und Rhythmusarbeit und zum Teil sehr ungewöhnliche Arrangements treffen auf austarierte Jazz- und Wave-Anklänge; auch Punk- und Krautrockeinflüsse sind unüberhörbar" […] "Verzerrte Gitarren sucht man in dieser Produktion übrigens vergebens, auch wenn durch vertrackte Percussion- und Orgeleinsätze stellenweise der Eindruck erweckt wird, man höre eine Art Proto-Heavy Metal mit psychedelischen Elementen". Hm, hm. Die verfolgungswahnigen Steinzeitler - Thomas Schaefer (Bass, Gesang), Björn Göran Detjen (Schlagzeug, Akustikgitarre, E-Piano, Orgel, Hintergrundgesang) - sind also zudem noch mit einer Stromgitarrenphobie geschlagen. Doch…

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(37:31, CD, Sireena/Broken Silence, 1979/2018) Statt einer weiteren drüschen Kritik des Stiftführers lieber ausnahmsweise mal ein wenig Döneken. Und etwas Musikgeschichte. Erst die Anekdotik: Diese Musik entzückt den Autor durch und durch nicht zuletzt aufgrund der Hardcore-Nostalgie- und Déja-Entendu-Gefühle, die sie auslöst. In einem ausgesprochen zarten und noch prägsamem statt senil verstocktem Alter drangen diese Klänge aus einer verrucht-anziehenden Düsseldorfer WG. So eine dieser Wohngemeinschaften, in denen ein (zerlegtes) Motorrad im Wohnzimmer stand und über dem Küchentisch ein Kanu von der hohen Decke schaukelte. Bewohnt von (zumindest theoretisch die hohe Kunst des Biologiestudiums ausübenden) Lebenskünstlern waren hier neben der Musiksammlung…

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The Pros and Pains of Disco Dancing Pain of Salvation (PoS) können extrem polarisieren. So haben die Schweden um Frontdiva Daniel Gildenlöw beispipelsweise dem Autoren bereits das mit Abstand allerschönste und das ärgerlichste Konzerterlebnis überhaupt beschert. An diesem noch einmal angenehm warmen Spätsommerabend wurde es allerdings ein Gig der gehobenen Mittelklasse: Negatives Daniel erscheint zu 'Night's Descending', auf dessen Studiofassung er als Sänger gastiert, nicht auf der Bühne. Bei anderen Auftritten der Tour hat er diese Mühe investiert. Für den persönlichen Schreiberlings-Geschmack zu wenig von "Remedy Lane", aber das ist schon Jammern auf hohem Niveau. Etwas knapp zugeteilte Zeit für…

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12.0
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(45:59, CD, Moral Machine = Eigenverlag, 2018) The AvantPostProg-Band that refused to sing. Initially. Colonel Petrov's Good Judgement ist definitiv eine Lieblingsband des Autoren. Denn CPGJ waren immer schon so etwas wie die noch aufregendere Schwester von, sagen wir, Long Distance Calling: schöner, erfahrener bis zur Verruchtheit, und mit der sehr viel geileren Jazz- und Metal-Plattensammlung. Ja, und beide schönen Töchter schienen zunächst stumm zu sein. Dass sie nicht singen, hatte aber offensichtlich keine krankheitsbedingten Ursachen. Denn von 2011 bis 2015 konnte man LDC plötzlich mit Gesang erleben – was nicht von allen Kritikern bejubelt und von der Band selbst…

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UPDATE 05.10.: Das Preisrätsel ist beendet, die glücklichen Gewinner informiert und die La Muerta-Shirts u. CDs werden in den nächsten Tagen versicht. Danke fürs Mitmachen! Mit großer Freude präsentieren wir die am 10.10. beginnende Tour von Subsignal, vgl. auch die Tourdaten ganz unten! Um die Vorfreude noch ein wenig zu steigern, haben wir gemeinsam mit Band, Label, Veranstalter und Agentur drei Rundum-Sorglos-Päckchen geschnürt - aus dem hochwertigen aktuellen Album "La Muerta" und einem korrespondierenden Band-Shirt (Male, Größe XL), auf dem der Knochenjochen vom Cover in Aztekengold auf edlem Schwarz prangt. Das wollt Ihr gerne aufschnüren? Damit Ihr Euren Astralleib mit…

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(36:32, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records, 2018) Die letzten sechs Jahre haben die Metall-Arbeiter aus Los Angeles vom Quintett zum Trio verschlankt. Und aus dem Psych-Wigwam Tee Pee-Records an die Gestade der PostRock-Heimstatt Pelagic Records getrieben. Was sagt uns das über die Musik auf ihrem jüngsten Opus? Es ist nicht ganz so opulent wie „In Dreams And Time“ (2012). Dafür aber ist das vierte Ancestors-Album ungemein homogen, vermittelt einen geschlossenen Genuss, etwa wie eine durchkomponierte Suite. Die Kompositionen bleiben im ruhigen Spektrum, doch bieten mehr als genug Entwicklung, um keinerlei Langeweile aufkommen zu lassen. Im Gegenteil. Und in der Zwischenzeit…

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Der feine Grat zwischen Schützenfest-Niveau und Siebziger-Nostalgie Das vom Kunst!Rasen-Team für sein vorletztes Open Air-Konzert dieser Saison geschnürte Paket aus den noch aktiven Nachlassverwaltern von Supertramp und Dire Straits wirkte in der Papierform noch etwas stimmiger als auf dem Rasen. Dennoch ergab es einen schön musikalisch untermalten Sommerabend. Der für einige überraschend früh begann. Den Einlassbeginn um 17:30 Uhr nutzten noch recht überschaubare Zuschauermengen und auch als um Punkt 18:15 Uhr John Illsleys Band die hohe Bühne erklomm (für Zuschauer toll, für Fotografen im Graben eine Herausforderung, der u.a. mit Tretleiterchen begegnet wurde), war das Gelände noch nicht annähernd gefüllt.…

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Wenn man eine Band schon wirklich oft gesehen hat, deutet das normalerweise auf eine starke emotionale Bindung zu ihr hin. Trotzdem können sich unter solchen Umständen – wie bei allen Beziehungen - natürlich auch schon mal Ermüdungserscheinungen zeigen. Doch weit davon entfernt zelebrierten die norwegischen Großmeister des Psychrock bei hochsommerlichen Temperaturen die bislang schönste Motorpsychotherapie-Sitzung, die wir bislang erleben durften! Labour of Love Zur Besonderheit des Ganzen trug sicherlich positiv bei, dass es diesmal nicht erst mitten in der Nacht losging – und dass mit Love Machine eine ausgesprochen sehenswerte Vorgruppe zugange war. Die Düsseldorfer verwandelten das Heimspiel bei 37…

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Es gibt Festiwellness, Baby! Wir sind mittendrin in der Hauptfestiwellness-Saison: Gelaufen sind bereits das Burg Herzfeld (wir warten noch sehnsüchtig auf Monikas Reisebericht dazu) oder das 29. Wacken Open Air - die einen preisen den "wohl digitalsten Acker Deutschlands" - also die "Bereicherung" des Festivals um eSports sowie Gaming oder seine Verlängerung um einen "Wasted Wednesday" - andere erinnern sich mit Grausen an einen crowdsurfenden Limahl und die insgesamt immer rasanter fortschreitende Ballermannisierung des ehemaligen Mekkas der Heavy Music. Zappanale, "Finki", Aquamaria, Haldern Pop sowie das Open Flair sind gerade angelaufen und taugen mithin - soweit nicht ohnehin seit langem…

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Es gibt live, Baby! Und BetreutesProggen.de präsentiert mit Stolz alive and kickin': Subsignal – “La Muerta” 10.10. München, Backstage, m. Dante! 11.10. Ludwigsburg, Rockfabrik, m. Mayfair 12.10. Dornbirn (A), TIK, m. Mayfair 13.10. Arnsberg, Breaking The Silence Festival 14.10. Frankfurt/M., Nachtleben 17.10. Hamburg, Logo, m. Mayfair 18.10. Oberhausen, Zentrum Altenberg, m. Pinski 20.10. Kaiserslautern, Irish House 21.10. Berlin, Maschinenhaus Ihsahn, Support: Astrosaur, Ne Obliviscaris! 31.10. Hamburg, Logo 01.11. Köln, Luxor Toska - "Fire By The Silos" 12.11. Hamburg, Headcrash 13.11. Berlin, Musik & Frieden 14.11. München, Feierwerk 15.11. Köln, MTC Außerdem jetzt oder demnächst bei uns auf Touren: Alcest, Ally…

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11.5
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(67:36, CD, Mikrokleinstgarten/Cargo, 2018) Obacht, hier kommt mal etwas ganz anderes. Denn erstens wird hier so richtig gereimt – mal im Paar-, mal im Kreuz, manchmal sogar im unreinen Reim. Und zweitens auf Deutsch. Warum? Es gilt, die "Zwanzigerjahre im Leben einer Dorfkapelle" aus Gleina (Sachsen-Anhalt) zu besingen: "Indie-Band, Herzensbrecher-Bande. Zehn Jahre Abarbeitung an der eigenen Identität". Allerdings findet das Ganze so generisch, ja allegorisch statt, dass sich – zumindest ab einem gewissen Lebensalter – viele Hörer wiederfinden könnten. Warum tut man so etwas? Weil man nicht muss: "Wenn man nur genug Zeit hat, kann man Shakespeare sein (Ein Schelm,…

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Euch interessiert alles rund um progressive Musik, aber Ihr habt keine Zeit oder Lust, diese und andere Seiten täglich anzusurfen? Ihr möchtet bezüglich BetreutesProggen.de auf dem Laufenden bleiben und in regelmäßigen Abständen über die neuesten Artikel (Reviews, Konzertberichte, Interviews, News, Gewinnspiele) informiert werden? Dann laden wir euch herzlich ein, unseren Newsletter zu abonnieren. Dafür haben wir soeben - “inspiriert” von der DSGVO bzw. konkret, weil das alte System nicht konform war - ein neues Newsletter-System eingeführt. Das hat übrigens nicht nur unter Datenschutz-Aspekten Vorteile: Ihr bekommt nun nicht mehr wie früher bei jedem neuen Beitrag eine separate systemgenerierte E-Mail, sondern…

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(66:51, CD, Black Space Records/Cargo, 2018) Die Ritter vom schwarzen Raum waren schon immer etwas anders. Zum Beispiel nehmen ja etliche andere Bands, so könnte man argumentieren, zeitlebens das immer gleiche Album neu auf. Die Münsteraner Men in Black hingegen nennen alles, was sie machen, zwar einheitlich „New Wave Of Heavy Psychedelic Space Rock". Doch bislang klang noch jedes BSR-Album nahezu komplett unterschiedlich, teils wie von einer anderen Formation, immer aber wie aus einer gänzlich anderen Bandphase. Wird der zweite Teil der Liebes-Fibel "Amoretum" - eine Neuprägung aus Amor (Liebe) und Arboretum (lat.: Baum) - dies ändern? Schließlich ist die…

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10.0
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Kurzkritik für Schnellleser: Pomp, Bombast und (nicht ganz) Tausend Editionsmacken. Hätte es die nicht, wäre es mal sicher das Buch des Jahres für Fans von Progrock. In der vorliegenden deutschen Ausgabe hängt das stark davon ab, was noch so nachkommt. Des Englischen kundigen Lesern empfehlen wir einstweilen eher die 2017 erschienene Originalausgabe. Zum Autor: David "Dave" Weigel ist bekennender (Prog-)Rock-Fan. Er lebt in Washington, wo er lange für u.a. die renommierte Washington Post, aber auch Rolling Stone, das "Männermagazin" GQ oder das "Herrenmagazin" Esquire geschrieben hat. Goodies: 1. Das Buch nimmt schon mit seiner Reportage-haften Ouvertüre gefangen, bei der wir…

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The last BONGle in the Jungle Doomige Totenglöckchen- bis wütende Kettensägen-Stimmung kam auf, als bekannt wurde, dass nach dem heiß geliebten Underground nun mit dem Jungle Club auch noch eines der wichtigsten verbliebenen Elemente der Kölner und Ehrenfelder Clubszene der Gentrifizierung würde weichen müssen. But it was going in style! Gemeinsam mit CFBM Booking haben die Betreiber wenige Tage vor dem "Lights out" mit ihrem Doom-Festival einen noch lange nachhallenden Schlussakkord 'rausgehauen! Bongthrower Die Betreuer waren vom schönen, aber anstrengenden Midsummer Prog Festival am Vortag in den Niederlanden so deutlich gezeichnet, dass wir es zu Serpent Eater und Neurotic Circuit…

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Der Prince of PopProg als (teils) übellauniger Bademeister »You look wet!« Was die Galligkeit seiner Ansagen angeht, ist Steven Wilson offensichtlich bei seinem Storm Corrosion-Buddy Mikael Akerfeldt in die Lehre gegangen. Allerdings ohne die Leichtigkeit von dessen Humor kopieren zu können. Apropos Sturm und Unwetter: ein solches hatte sich unbemerkt von wetter.de und Regenradar an den Kunst!Rasen angeschlichen und alle frühzeitig Erschienenen einmal gründlich gebadet. Bis der Regen dann nachließ. Nicht nur der ausnahmsweise mal mit dem Fahrrad entlang des Rheins angereiste Autor war - wie man sagen könnte - wet to the bone, ein anderer Betreuer ließ sich von…

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12.0
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(60:19, 75:06,73:22, 3CD, Festival Music/Just For Kicks, 2018) Fakt ist zum einen: Die nach Shakespeares wohl schönster Komödie benannte NeoProg-Truppe aus Reading gehört zum Besten, was die zweite Welle des britischen ProgRock überhaupt hervorgebracht hat. Zum anderen: Die Truppe um den 1983 ausgeschiedenen und 1993 verstorbenen Ausnahmesänger Geoff Mann hat es nie wirklich geschafft. Unser Kristian vermutete weiland als Ursache, dass ihr melodischer NeoProg "eine Spur düsterer, manchmal leicht poppig, mehr im aufkeimenden New Wave verwurzelt war", als jener ihrer NeoProg-Kollegen Marillion, IQ, Pendragon und Pallas. Pure Fiktion hingegen ist es, dass es von ihrem wunderbaren Werk und Studio-Langspiel-Debüt "Fact…

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Broken Fingers & Kebabcici Dass wir uns das auch beim nächsten Mal wieder geben würde, war eigentlich schon nach dem letztjährigen Festival-Einstand klar. Laut Veranstalter waren 60 Prozent der 850 Besucher Wiederholungstäter, die das Midsummer Prog Festival (MPF) No. 2 schnell ausverkauft hatten. Die Hälfte der Tickets war in wenigen Wochen nach Verkaufsstart weggegangen. Also bevor auch nur eine Band angekündigt war - was Einiges über die Wirkung des traumhaft schönen Amphitheaters und der gelungenen Bandauswahl 2017 aussagt. Lesoir Nun also die zweite Ausgabe der musikalischen Mittsommernacht. Den Einstand machten die Gastgeber. Die Niederländer Lesoir hatten sich für diesen für…

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BetreutesProggen.de proudly presents: Dirty Sound Magnet! (Support für: Mother's Cake *) Mindestens zwei Betreuer haben sich schon vor geraumer Zeit heftig in das beispiellos leidenschaftlich rockende Schweizer Trio verknallt. Um so lieber verkünden wir diese Tourdaten: 16.08. Avenches (CH) Rock Oz’Arènes 25.08. Wohlen (CH) Open Air Zamba Loca 13.10. Bern (CH), Spinnerei * 19.10. Sion (CH), Le Port Fran * 20.10.Basel (CH), Sommercasino * 21.10. Olten (CH) Coq D´Or * 24.10. Osnabrück, Bastard Club * 25.10. Bremen, Lila Eule * 26.10. Hamburg, Molotow * 27.10. Moers, Bollwerk * 29.10. Berlin, Musik & Frieden * 30.10. Erfurt, Museumskeller * 31.10. Magdeburg,…

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