Progressive Rock • Progressive Chanson
(60:32; Vinyl, CD, Digital; L’Abeille Rôde/Just For Kicks Music; 06.02.2026)
Das Dutzend ist voll. Die Franzosen sind immer wieder gern gesehene Gäste auf deutschen Bühnen und verkörpern wie keine zweite Band hierzulande den freien Geist, den Intellekt der Poesie und die Sprache des Widerstandes. Ihre Themen sind so vielfältig wie der Mensch selbst, aber niemals werden aus ihrem Mund Fremdenhass zu hören sein. Das merkt man auch auf jedem ihrer Konzerte, wo die Fans immer geschlossen hinter der Band stehen.
Mit ihrem fast noch neuen Gitarristen Arnaud Beyney hat die Band ihren Sound zwar nur minimal, aber immerhin ein wenig gitarrenlastiger angepasst. Besonders die akustische Klampfe kommt häufiger als in den frühen Jahren zum Einsatz und das Gejaule der Léode von Claude Leonetti ist dementsprechend reduziert worden. Das tut den Ohren gut, umschmeichelt sie aber auch des Öfteren, weil die Kompositionen selten noch progressiv sind. Na gut, das waren sie früher auch schon nicht oft, aber doch häufiger als jetzt.........Dennoch ist auch dieses Album nichts für die Hitparaden dieser Welt. Der textliche Inhalt ist halt immer noch auf hohem Niveau und kompositorisch ist das Album zwar leichter zugänglich als frühere Alben, aber weit von Mainstream entfernt.

Einen Track hervorzuheben fällt mir schwer, da eigentlich jeder Musikfreund hier fündig wird mit den unterschiedlichsten Tracks. Vom extrem ruhigen und akustischen Song 'L'Instant' kann ich nicht genug kriegen, aber auch 'Matière Première' mit seiner Schwermut ist klasse gemacht. Dazu das längere 'L'Eau Qui Dort' mit seinem perlenden Klavier, einer A-Gitarre im Stile eines jungen Mick Box (kein Witz) und diesem unfassbar Hirn fressenden Refrain, der dich nie mehr loslässt. Einen Song möchte ich aber noch erwähnen: 'L'Homme Sur'. Alleine das Glockenspiel im Hintergrund ist göttlich, dazu dieser schleppende Rhythmus. Da geht der echte Lazuli-Fan auf die Knie und dankt den Franzosen für solch ergreifende Kompositionen.
Wer Lazuli kennt dürfte sich über die leicht angepassten Kompositionen freuen. Besonders mit Arnaud Beyney kommt neuer Wind in die Band, auch wenn Dominique Leonetti immer noch die Fäden zieht. Unter den bisherigen 12 Alben der Band nimmt dieses Album eine Top-3 Stellung ein. Dass klanglich auch wieder alles im Lot ist, überrascht dann auch nicht wirklich. Klare Empfehlung des Rezensenten an alle, die es mal gepflegter ohne Niveauverlust haben möchten.
Bewertung: 12/15 Punkten
Tracklist:
1. Etre Ou Ne Pas Etre (5:12)
2. Chaque Jour Que Soleil Fait (3:53)
3. Sourire (3:30)
4. Matière Première (3:26)
5. L‘Eau Qui Dort (7:05)
6. Une Chanson Cherokee (3:54)
7. Quel Dommage (5:41)
8. L‘Instinct (3:58)
9. L‘Homme Sûr (7:05)
10. Mon Body Se Meurt (4:30)
11. Les 4 Raisons (3:50)
12. Au Bord Du Précipice (8:28)
Line-Up:
Claude Leonetti / Léode
Arnaud Beyney / guitar
Romain Thorel / keyboards, French horn
Vincent Barnavol / drums, percussion, marimba
Dominique Leonetti / vocals, guitar
Surftipps zu Lazuli:
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• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Just For Kicks Music zur Verfügung gestellt.

