Vvlva – 13. Winter

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Vvlva - 13. Winter (H42, 11.12.20)

Abbildung: Vvlva, Artwork: Max Löffler

(09:18, Vinyl, Digital, H42 Records, 2020)
Vvlva haben sich zu einem der heißesten Exportschlager Mainfrankens gemausert. Letztes Jahr noch rissen sie auf ihrer gemeinsamen Release-Tour mit den Berliner Rockern VUG die Bühnen ab (BetreutesProggen berichtete). Nun legt das Quintett aus Aschaffenburg und Würzburg mit einer brandneuen 7-Zoll-Platte nach. Das gute Stück wird über H42 Records vertrieben und trägt den mysteriösen Namen „13. Winter“ (nicht zu verwechseln mit einem ähnlich betitelten Release von Frost*).

Bereits auf ihrer zweiten Langspielplatte „Silhouettes“ bewiesen Vvlva mit dem Lied ‚Gomorrha‚, dass sich psychedelischer und okkulter Heavy Rock auch sehr schön in deutscher Sprache umsetzen lassen. Auf der Single „13. Winter“ wird dahingehend nochmal eins draufgesetzt, denn sowohl im Titelsong als auch auf der B-Seite ‚Bar der Sünde‘ singt Tobias Ritter ausschließlich in seiner Muttersprache.

In ’13. Winter‘ präsentieren sich Vvlva souverän und wie man sie kennt. Der schwere und hypnotische Blues Rock wird vom Schlagwerk des Drummers Julian Rocco Lepore vorangetrieben. Im Zentrum des Klangbildes steht die dominante Orgel von Christian Karl, die sich warm mit dem Bass von Dr. Michael Hock verzahnt. Schöne Abwechslung bringt darüberhinaus Gitarrist Philipp Muschal ein, der mit flotten Funk-Licks zum düsterbunten Sound beiträgt. Der dystopische Text wird von Sänger Tobias Ritter fesselnd vorgetragen wie eine apokalyptische Predigt. Die A-Seite ist eine souveräne und nahtlose Anknüpfung an das opulente Album „Silhouettes“.

Auf der Rückseite von „13. Winter“ wiederum präsentieren sich Vvlva in deutlich ruhigerer und auch melancholischer Stimmung. Die besungene ‚Bar der Sünde‘ ist ein Refugium für all die guten Seelen, die sich in der Welt von Diskotheken und Tanzclubs nicht zuhause fühlen. Sehnsüchtig wird die Gemeinschaften am Tresen zwischen Classic Rock LPs, Zigarettenqualm und Kommunikation bei erfrischenden Getränken besungen. ‚Bar der Sünde‘ sorgt mit sanften Tönen für Melancholie und Durst – nicht nur in Zeiten des Lockdown.

Vvlva beweisen ein weiteres Mal, dass sie problemlos Hit um Hit produzieren können. ’13. Winter‘ ist ein ausgezeichnetes verfrühtes Weihnachtsgeschenk aus dem Frankenland.
Bewertung: 13/15 Punkten

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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Vvlva – 13. Winter

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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