…and Oceans – Cosmic World Mother

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...and Oceans - Cosmic World Mother (SoM, 08.05.2020)

Abbildung: …and Oceans / Season of Mist Cover Artwork: Adrien Bousson

(47:35, LP / CD / MC / Digital, Season of Mist, 2020)
Es war einmal die zweite Welle des Black Metal. Die 1995 gegründete Band …and Oceans aus Pietarsaari in Finnland veröffentlichte drei Alben zwischen 1998 und 2002. Nach viel positivem Echo aus der düster-kalten Szenelandschaft und erfolgreichen Touren mit Vader, Marduk und Mortician wurden in einigem Einverständnis die Instrumente an den Nagel gehängt. Und es ward still über dem Land der tausend Seen.

Ganze 17 Jahre lang hielt die Stille an, bis sich …and Oceans neu formierten. In neuer Besetzung und mit neuer Kraft soll nun die Landschaft des Symphonic Black Metal ein weiteres Mal umgekrempelt werden. Als bekanntestes neues Gesicht steht nun Mathias Lillmåns am Mikrophon, der auch durch sein Wirken bei der Folk Metal Band Finntroll ein Begriff im nordischen (Folk) Metal ist.

Symphonic Metal ist ja oft so ein Ding. Vielen Black-Metal-Fans ist er zu melodisch, vielen Symphonic- und Prog-Metal-Liebhabern immer noch zu rau und knüppelig. Und selbst Künstler, die einigermaßen die Balance finden, sind hochgradig polarisierend. In letztere Gruppe lassen sich …and Oceans am ehesten einsortieren. Auf ihrem neuen Album “Cosmic World Mother” kombinieren sie eiskaltes Stakkato-Riffing, Hochgeschwindigkeitsrhythmik und omnipräsente Melodik von symphonischem Ausmaß. Der Klang des jüngsten Streichs lässt sich grob zwischen Dimmu Borgir, Sonata Arctica und Finntroll einordnen.

Und dann ist da noch ein ganz anderer und neuer Einfluss. In der maschinell klirrenden Rhythmik und den windig wabernden Synthies spiegelt sich eine starke Note von Industrial Metal ein. Der Einfluss ist mal stärker und mal schwächer vorhanden, aber er lässt sich nicht ignorieren.

“Cosmic World Mother” wirkt durch die symphonischen Arrangements deutlich progressiver als viele Black-Metal-Veröffentlichungen. Gleichzeitig verliert die Musik nicht an Ausstrahlung oder Seriosität. Ob viele Prog-Metal- oder Symphonic-Metal-Fans sich dieser Veröffentlichungen zuneigen können, wird sich wohl erst zeigen müssen. Nichtsdestotrotz ist “Cosmic World Mother” ein würdiges und starkes Comeback.
Bewertung: 11/15 Punkten (RG 11, KR 12)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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…and Oceans – Cosmic World Mother

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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