TreaTmenT – Sagacity

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Abbildung: Inverse Records EPK

(57:54, CD/Digital, Inverse Records, 2020)
Die Geschichte von TreaTmenT beginnt im Jahr 2005. Als Duo wurde die Band unter dem Namen HarroW gegründet. Bereits ein Jahr später wurde der Name zu NorthWind geändert. Das musikalische Programm stand zu diesem Zeitpunkt ganz im Zeichen des Thrash Metal. Nach Release der ersten Demo wurde der Name erneut geändert, um Verwechslungen vorzubeugen. Seit 2008 und der ersten EP “Mental Distraction” ist die finnische Band also unter dem Namen TreaTmenT zugange. Doch der Weg der großen Veränderungen war noch nicht zu Ende – es folgten neben einigen Releases noch mehr Besetzungswechsel, die gleichzeitig auch den musikalischen Stil nachhaltig beeinflussten. Inzwischen sind TreaTmenT zum Quintett gewachsen und haben sich stilistisch ein weiteres Mal neu erfunden. Die aktuelle Besetzung besteht aus:
Vesa Puunuvaara – Schlagzeug,
Ville Sokero – Keyboard und Backing Vocals,
Jarno Riipi – Bass,
Joona Riipi – Gitarre,
Juha Kemppainen – Vocals.

Vom Thrash Metal, den TreaTmenT einst ihre musikalische Heimat nannten, ist in Zügen noch etwas übrig geblieben. Allerdings setzen die Finnen inzwischen viel mehr auf Groove sowie auf progressive Elemente mit vielerlei verspielten Nuancen. So präsentiert sich auch das zweite Langspielalbum “Sagacity”, welches ab 22. Mai 2020 über das finnische Label Inverse Records erhältlich ist.

Nach einem pompösen Intro, das auch Titelmusik eines Fantasy Films sein könnte, legen die Finnen mit rauen Rhythmen, verzerrtem Groove und spielerischer Finesse los. Besonders Schlagzeug und Gitarre sorgen für den progressiven Einfluss mittels versetzter Rhythmik und vertrackt fiedelnden Melodien. Für Übergänge wird wiederum viel auf Groove gesetzt und in gelegentlichen Breaks kommt der Thrash Metal in ganzer Intensität zum Vorschein.

Schade ist, dass Bass und Keyboard sich im Soundgewand ein bisschen verstecken. Auch der Gesang könnte gelegentlich auch etwas präsenter sein. Genau hier beginnt auch der nächste Kritikpunkt, denn Juha variiert zwar zwischen gepresster und geöffneter Stimme, singt aber in einem sehr überschaubaren Tonspektrum.

Es ist wahrlich kein schlechtes Album, das TreaTmenT hier abgeliefert haben. Einige Stücke wie das vielschichtig überzeugende ‘Card 53’ oder das intensive ‘As above so below’ sind wirklich starke Nummern.

Insgesamt macht es allerdings den Anschein, als bestünde die Band aus Schlagzeuger Vesa, Gitarrist Joona und deren Proberaumgästen. Die beiden treibenden Kräfte an Rhythmus und Melodie retten “Sagacity” auf eine befriedigende Leistung.
Bewertung: 9/15 Punkten (RG 9, KR 9)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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TreaTmenT – Sagacity

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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