Oktoplus – aika ei auta

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(67:51, CD, Download, Eigenveröffentlichung, 2013)
Auch wenn die aus Turku stammenden Oktoplus unter Eingeweihten schon seit längerem als Geheimtipp gehandelt werden, so ist die finnische Formation nicht nur in Deutschland weiterhin gänzlich unbekannt. Skandinavischer Progressive Rock / Fusion treibt zwar den eingefleischten Fans ein breites Grinsen ins Gesicht, bei der breiten Öffentlichkeit wartet dieses Genre allerdings immer noch auf die wohlverdiente Anerkennung. Es fehlt der ultimative Weckruf, der diese Szene endgültig aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Das 2013 erschienene Debütalbum „aika ei auta“, zu Deutsch „Zeit hilft nicht“ hätte so ein kleiner Weckruf sein können, wenn nicht……, aber dazu später mehr. Obwohl Oktoplus bereits in den späten Achtzigern die Musikbühne für sich entdeckte, dauerte es gefühlt eine Ewigkeit bis die Finnen mit Ihrem Debütalbum (weitestgehend unbemerkt) um etwas Aufmerksamkeit baten. In der Besetzung Eija Talo-Oksala – Vocals; Jouni Oksala – Guitars, Backing Vocals; Jimbo Mäkeläinen (Intergalactic Huso Orchestra) – Drums und dem Multiinstrumentalisten Jari Riitala – Bass, Keys, Percussion, Backing Vocals präsentieren die Musiker einen deutlichen mit Jazz und Fusion angehauchten Progressive Rock.

Wobei angehaucht sicherlich untertrieben ist, da weht schon ein ordentlicher Wind. An musikalischen Ideen und an der Qualität der Künstler mangelt es keineswegs. Tolle Keyboardpassagen wechseln sich mit krachenden Gitarrenläufen und dynamisch eingesetzten Drums ab. Die Bandbreite der vierzehn Titel reicht von poppig über rockig bis jazzig, von melodisch bis anspruchsvoll schräg. Soweit so gut, wenn da nicht der Gesang von Eija Talo-Oksala wäre, sicherlich keine Schlechte in ihrem Metier. Doch, wie auch bei anderen Bands immer wieder angemerkt, gar kritisiert, scheiden sich immer wieder die Geister gerade beim Gesang. Ihre Vocals stehen während des gesamten Albums übermächtig im Vordergrund, was den Qualitäten aller anderer Instrumentalisten, wie z.B. auch dem Keyboarder Jari Riitala nicht gerecht wird. Sie werden leider mehr oder weniger in den Hintergrund gedrängt, ob mit Absicht oder rein zufällig bleibt offen. Möglicherweise wäre dieser Umstand weniger bedeutend, wenn anstatt der Landessprache finnisch, eine für unsere Ohren etwas weniger exotische Sprache gewählt worden wäre.

Insgesamt bietet das Album „aika ei auta“ eine Menge Abwechslung, einige Überraschungen, interessante Melodien und könnte dennoch leider weiterhin ein Geheimtipp für Liebhaber des Besonderen bleiben.
Bewertung: 9/15 Punkten

Lineup Oktoplus:
Eija Talo-Oksala – Vocals;
Jouni Oksala – Guitars, Backing Vocals;
Jimbo Mäkeläinen – Drums
Jari Riitala – Bass, Keys, Percussion, Backing Vocals

Gastmusiker:
Bill Lieske – Sax
Kari Riihimäki – Guitar
Sakke Koivula – Percussion

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Oktoplus – aika ei auta

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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