The Samurai of Prog – Toki no Kaze (The Winds of Time)

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(74:46, CD, Seacrest Oy, Just For Kicks, 2019)
Nach dem Boxset „Omnibus The Early Years“ folgt jetzt der nächste gemeinsame Streich des Finnen Kimmo Pörsti und seinen musikalischen Begleitern Steve Unruh und Marco Bernard. Natürlich wird auch hier das Trio um illustre Musiker und Musikerinnen erweitert. Damit bleibt (fast) alles beim Alten. So steuert Ed Unitsky zum wiederholten Mal in gewohnter Weise seine Covergestaltung bei und die große Anzahl renommierter Künstler, wie so häufig, ist erneut elementarer Bestandteil der musikalischen Umsetzung. Dieses Erfolgsrezept kennt man bereits aus der Vergangenheit der Band. Bei ihrem neuesten Werk mit dem japanischen Titel „ときき の かぜぜ“, gleich „TOKI NO KAZE“ (was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Die Winde der Zeit“), lassen sich The Samurai of Prog vom japanischen Filmregisseur, Zeichner, Grafiker und Produzenten Hayao Miyazaki inspirieren. Dieser erlangte nicht nur in seinem Heimatland große Erfolge im Bereich der japanischen Zeichentrickfilme. Das lebhaft farbig gestaltete Cover legt den Einfluss des Japaners nahe, doch das eigentliche Highlight sind die 75 Minuten feinste Progmusik, verteilt auf zwölf Titeln, die sich zwischen zwei und neun Minuten Länge bewegen.

Das klassische Musik im Prog immer noch salonfähig ist, beweisen uns diverse Vertreter der Szene, wie z.B. der russische Pianist Gleb Kolyadin (Iamthemorning) und zuletzt auch Alan Parsons mit seinem neuesten Werk „The Secret“. So überrascht es nicht, dass die große Besetzung um Pörsti auf dem vorliegenden Album ebenso Anleihen aus der klassischen Musik verarbeitet.

Mit ‘A Tear in the Sunset’ und ‘Fair Play’ beginnt die CD sehr klassisch, neben Streichern stehen Flöte und Klavier im Vordergrund. Einfühlsam und keyboardbetont folgt das instrumentale ‘Zero’. ‘Reality’, mit knapp 9 ½ Minuten der längste Titel des Albums, überrascht mit dem leicht gewöhnungsbedürftigen Gesang der japanischen Keyboarderin und Sängerin Yuko Tomiyama. Ihre Sprache dürfte nicht jedermann geläufig sein, so wirken die Passagen ein wenig exotisch aber doch hörenswert. Auf ‘Nausicaä E I Custodi Della Vita’ und ‘La Magia È La Realtà’ übernimmt eine weitere Sängerin den Gesangspart. Bekannt durch ihre Aktivitäten bei Il Tempio delle Clessidre meistert die Sängerin und Keyboarderin Elisa Montaldo ihre Aufgaben nicht unerwartet glänzend. Die männlichen Vocals übernimmt bis auf die Einsätze von Daniel Fäldt und Michele Marinini in gewohnt souveräner Art und Weise Steve Unruh. Pastoral bis episch, das ist symphonischer Progressive Rock höchster Güte, den die Band sprichwörtlich zelebriert. Eine üppige Orchestrierung, einschließlich Violine, Flöte, Blechbläser und einer Vielzahl von Keyboard- und Gitarrenpassagen, dazu der Rickenbacker Bass und Drums mit der erforderlichen Dynamik, sie bilden das musikalische Korsett.

Das The Samurai of Prog eine äußerst versierte Band sind muss daher nicht unentwegt wiederholt werden. Die Kompositionen und deren Umsetzung sprechen eindeutig für sich. Tatsache ist, dass die Musiker eine stetige Entwicklung durchlebt haben. Aus exzellenten und sehr professionellen Musikern, die zu Beginn hörenswerte Coverversionen lieferten, ist nun eine Progband mit bemerkenswertem Profil erwachsen. Mit diesen Klassik, Vintage- und Retroklängen dürften sich die Fans wie im siebten Proghimmel fühlen.
Bewertung: 13/15 Punkten

Die Band:
Marco Bernard: Rickenbacker Bass
Kimmo Pörsti (u.a. Paidarion): Drums und Percussion
Steve Unruh (u.a. UPF): Vocals, Violin, Flute, Guitars

Gastmusiker:
Octavio Stampalìa (Jinetes Negros): Keyboards
Marc Papeghin: French Horn, Trumpet
Kari Riihimäki: Guitars
Pablo Robotti: Guitars
Elisa Montaldo (Il Tempio delle Clessidre): Keyboards, Vocals
Ruben Alvarez: Guitars
José Medina:
Orchestration
Danilo Sesti:
Keyboards
Fran Turner
(Resistor): Guitars
Kenrou Tanaka:
Guitars
Oliviero Lacagnina
(Latte e Miele): Keyboards
Luca Scherani
(u.a. Hostsonaten, La Coscienza Di Zeno): Keyboards
Marcella Arganese
(Ubi Maior): Guitars
Alice Scherani:
Vocalization
Yuko Tomiyama:
Vocals, Keyboards
Alan Kamran Shikoh:
Guitars
Roberto Vitelli:
Taurus Pedal
Alessandro di Benedetti:
Keyboards
Federico Tetti:
Guitars
Daniel Fäldt:
Vocals
Antony Kalugin
(u.a. Karfagen, Hoggwash): Keyboards
Marek Arnold
(u.a. Manuel Schmidt, Seven Steps to the Green Door, Damanek, UPF): Sax
Sergio Chierici:
Keyboards
David Myers:
Piano
Massimo Sposaro:
Guitars
Michele Mutti
(La Torre dell’Alchimista): Keyboards
Michele Marinini
: Vocals

Artwork by Ed Unitsky

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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