Seven Steps To The Green Door – Fetish

1

SSTTGD_fetish(78:20, CD, Progressive Promotion Records, 2015)
2015 scheint ein gutes Jahr für die deutsche Progszene zu sein. Nachdem mit Aeneas und Marquette zwei hervorragende neue Bands aktuell auf sich aufmerksam gemacht haben, legen Seven Steps To The Green Door ein nicht minder exzellentes Werk nach. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine neue Band, die Formation um Marek Arnold kann ja bereits auf einige Alben verweisen. Vor neun Jahren erschien das Debüt “The Puzzle”, seitdem entwickelte sich die Band stetig weiter und zeigt sich mit dem vierten Album nun in absoluter Bestform. Aktuell besteht die Band aus fünf festen Mitgliedern, die für Liveauftritte um zwei weitere Musiker verstärkt werden, was bei der Komplexität der Titel auch sinnvoll erscheint. Das Line-up ist zwar stabil geblieben, aber doch um einen recht wichtigen Faktor verändert worden. Genauer gesagt, verstärkt worden. Keyboarder und Saxophonist/Flötist Marek Arnold, auch bei Toxic Smile aktiv und kurzzeitig mal Mitglied bei Stern Combo Meißen, sowie Drummer Ulf Reinhardt sind nach wie vor für die meisten Kompositionen verantwortlich, doch der neue Gitarrist Martin Schnella, von der Band Flaming Row bestens bekannt, mischt neuerdings auch noch mit, und zwar spürbar. Sein Gitarrenspiel bringt eine ordentliche Portion Schmissigkeit ein. Dazu kommen die beiden Gesangsakteure Anne Trautmann und Lars Köhler, ebenfalls schon seit frühen Tagen an Bord. Hinzu kommt eine beachtliche Anzahl an Gastmusikern, darunter viele Sängerinnen und Sänger (u.a. Arno Menses von Subsignal bzw. Sieges Even), sowie Steve Unruh, der im Longtrack die Geige bedient oder Daniel Mash von Maschine, der im gleichen Titel ein Bass-Solo beisteuert.

Abgesehen von Anfang und Ende besteht das Album durchgehend aus sieben- bis zehnminütigen Titeln. Bei Intro und Outro handelt es sich um kurze acappella-Stücke, die eine der großen Stärken der Band mustergültig belegen. Die Gesangsparts, sowohl Sologesang wie auch die vielen mehrstimmigen Einlagen, sind durchweg hervorragend gelungen, auch die Melodien ziehen in den Bann. Ob im Heavy-Bereich oder beinahe balladesk, das passt alles gut zusammen.

Und gleich der zweite Titel ‘Porn!’ bietet exquisiten Progressive Rock. Erzähle mir niemand, dass in dieser Band nicht mindestens ein beinharter Gentle Giant-Fan ist! Denn vieles in diesem Song und auch in späteren Titeln hat ganz klare Bezüge zu den sanften Riesen. Das gilt dann nicht nur für die Gesangsarrangements, sondern ebenso für die vertrackten Instrumentalparts. Die gerne auch mal schräg sein dürfen, aber sie bekommen immer schnell die Kurve, so dass auch melodieverwöhnte Hörer nicht nachhaltig abgeschreckt werden.

Ebenfalls signifikant ist die Stärke der Band, komplexe Songs ungemein peppig zu präsentieren, so dass den Hörer nicht nur anspruchsvolle Musik erwartet, sondern auch eine mitreißende Gute-Laune-Attitüde. Gute Beispiele hierfür sind ‘Still Searching’ (hier lassen neben Gentle Giant auch mal kurz Moon Safari grüßen) oder ‘Inferior’.

Klicke auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen. Hierdurch werden Daten an YouTube übertragen. Mehr Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Akzeptieren und Inhalt laden

PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNzAyIiBoZWlnaHQ9IjM5NSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9jaTVDZEczOUdQUT9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhdXRvcGxheTsgZW5jcnlwdGVkLW1lZGlhIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+

Sie haben nicht nur massenhaft gute Ideen, sie setzen dies auch exzellent um, und obwohl das Album bis zum Anschlag gefüllt ist (selten eine gute Idee), kommt hier doch keine Langeweile auf. Harte Gitarrenriffs, fette Orgelparts, mitreißende Saxophon Einlagen, fetziger Bass, Blockflöte, kurz auch mal Mellotron-Sounds – alles dabei. Und das nicht als wilder, unzusammenhängender Mix, sondern sehr geschickt zusammen gestellt. In den harten Passagen erinnert es auch mal vage an Ayreon. Aber das sind nur kurze Momentaufnahmen, Seven Steps To The Green Door haben ihren eigenen Sound entwickelt, der von enormer Spielfreude gekennzeichnet ist.

Ein weiteres Highlight ist natürlich auch der abschließende Longtrack ‘Ordinary Maniac‘, der es auf 16 abwechslungsreiche Minuten Spielzeit bringt, wo noch mal alle Register gezogen werden und am Ende wie gesagt das bereits als Intro präsentierte Gesangsstück zurückkommt.

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW37/2015

Und da das alles so prickelnd aus den Boxen kommt, liegt die Vermutung nahe, dass die Band auch live ein Highlight sein dürfte. Beweisen können sie es sehr bald, nämlich beim Progressive Promotion Records Festival (PPRF) in Rüsselsheim, wo sie am Freitag, den 11. September auftreten. Nix wie hin!
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 12, JM 13, KR 13, KB14)

PS: Für die Special Edition haben sie sich übrigens auch mal wieder etwas Besonderes als Goodie/Beigabe ausgedacht, was bei SSTTGD ja bereits Tradition ist.
Exzellente Band!

Surftipps zu SSTTGD:
Homepage
Facebook
Spotify
Soundcloud 1
Soundcloud 2
‘Porn!’ (YT)
MySpace
Wikipedia

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

1 Kommentar

  1. Pingback: Melanie Mau & Martin Schnella – The Oblivion Tales

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um unseren Websitenutzern bestmögliche Funktionalität und somit bestmögliche Nutzererfahrung bieten zu können. Weitere Informationen findest du hier. [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Welche Cookies möchtest du zulassen?

Wähle eine Option, um fortzufahren

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe zu Cookies

Wir verwenden Cookies, um unseren Websitenutzern bestmögliche Funktionalität und somit bestmögliche Nutzererfahrung bieten zu können. Um fortzufahren, musst Du eine Cookie-Auswahl treffen. Im Folgenden werden die verschiedenen Optionen erklärt.

  • Alle Cookies:
    Alle Cookies, auch solche, die durch eventuelle Nutzung aktivierter eingebetteter Inhalte von Drittanbietern gesetzt werden, zum Beispiel YouTube, Facebook, Twitter, Google+, Soundcloud, Bandcamp, Vimeo etc.
  • Nur Cookies von BetreutesProggen.de:
    Nur Cookies von BetreutesProggen.de, hierzu zählen auch Tracking- und Analysecookies für Websitezugriffsstatistiken (selbstverständlich anonymisiert).
  • Keine Cookies:
    Keine Cookies erlauben außer denen, die aus technischen Gründen notwendig sind.

Hier kannst Du Deine Cookie-Einstellungen jederzeit ändern: Impressum. Datenschutzerklärung

Zurück

Seven Steps To The Green Door – Fetish

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
1