Alle Jahre wieder…

Justin Sullivan, NMA
Live-Fotos: Harald Oppitz
Trotz schwieriger Zeiten, fürwahr. So waren die 2024er Gigs abgesagt bzw. verlegt worden, da NMA-Drummer Michael Dean sich aufgrund ernster gesundheitlicher Probleme einer Operation unterziehen musste. Davon, dass im Wesentlichen wieder alles im Lot ist, konnten sich Fans bereits im Sommer bei einem Open Air-Auftritt am Rhein überzeugen, bei dem die Mannen um Justin Sullivan allerdings merkwürdig zahn- und vor allem drucklos-leise über die Rampe kamen.
Bevor man die tagesaktuelle Kondition und Sounddesign vom Headliner würdigen konnte, gab es allerdings ganze zwei Vorgruppen. Und was für welche.
Preyrs
Diese junge irische Formation hatte offensichtlich kaum jemand auf dem Zettel – wir mal sicher nicht. Das war u.a. an den Reaktionen im theoretisch ausverkauften, aber um 19 Uhr noch schütter gefüllten Palladium ablesbar. Während man zu Beginn noch primär Freunde und Bekannte sowie flüssige Stärkung suchte, eroberte sich die Truppe um Sängerin Amy Montgomery und Schlagzeuger Michael Mormecha von Song zu Song mehr Aufmerksamkeit. Die des Autoren hatten sie schon bei ‚Into The Blue‘, bei der Amys Stimme in einen rauchigen Overdrive wechselte, der angenehm an Linda Perry und die Baby Animals erinnerte.
Der Aufmerksamkeitssteuerung durchaus zuträglich war Amys sympathische Art mit dem Publikum zu interagieren. Und ein Stagedress, bei dessen Design nachhaltigerweise kein Zentimeter Stoff verschwendet worden war. Außerdem schienen, soweit beim allerersten Hören überhaupt zu beurteilen, etliche der Texte engagierte bis kämpferische Gutmensch-Thematiken zu haben.
Der teils differenzierte, teils ballerige Alternative Rock der Iren hat auch mal eine Ballade (‚Life Is Kind‘) in petto. Oder ein verblüffendes Cover (‚Sinner Man‘). In Summe alles frisch, interessant, abwechslungsreich…
The Levellers
… aber nicht, wofür die inzwischen vollständig angetretene Gemeinde erschienen war. Für den nächsten Programmpunkt denn? Harald und ich, als glühende Levellers-Jünger, allemal. Brighton’s Finest stiegen mit ‘The Fear’ mitreissend ein. Das einstündige Set berücksichtigte Band acht Stücke vom Über-Album „Levelling The Land“, aber auch vier Songs von „Zeitgeist“ („30th Anniversary) durften nicht fehlen.
Manchmal braucht es ein Megaphon, um die wichtigen Botschaften zu vermitteln.
Und manchmal ein Didgeridoo.
Aber immer die wie ein Lichtschwert für Freiheit fechtende, flirrende Fiddel von Jon Sevink...

New Model Army
Um mal ausnahmsweise schonungslos ehrlich zu sein – nach dem energiegeladenen Levellers-Auftritt waren wir so glücklich wie erschöpft – Luxusprobleme. Der folgende NMA-Auftritt war großartig (kein Vergleich zu der schlappen Nummer am Rheinufer vom Sommer), der Sound fürs Palladium mehr als OK, die Setlist, inklusive ‚Green and Grey‘ sogar exquisit. Aber wir waren halt ziemlich durch, der Autor allemal.

Für ein paar großartige Songs und starke Pix von Harald hat es aber immerhin noch gereicht.


PS: So hat der Rockpalast das Konzert gesehen.
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