Atmospheric Blues • Art Pop • Post Rock
(45:18; Vinyl, CD, Digital; Third Star Records; 15.10.2026)
Die Geschichte der Band geht auch schon auf die Mitte der Neunzigerjahre zurück, veröffentlichte man damals doch sein Debüt in der Originalbesetzung unter Mithilfe von Bill Laswell. Mit nun neuem Drummer versucht die Band, den alten Sound nicht aufzuwärmen, stattdessen frische Akzente zu setzen.
Ich bin jungfräulich an "Shapes Of Longing" herangegangen, suggerierte die Promotion-Info einen Sound zwischen Mojave 3, Red House Painters, Prog und Post Rock. Nee, nee, das würde ich komplett streichen und eher von einer Melange bluesig-emotionaler Halbballaden zwischen Tom Waits, Delta Blues, Lambchop, Mark Lanegan und den dunkel schimmernden Balladen von Madrugada sprechen.
Der Sound hat mich vom ersten Hörmoment angesprochen, weiß man mit transparenter Produktion, vielen Elementen aus Soul, Blues, Art Pop und Vintage Rock sein ganz eigenes Süppchen zu kochen. Mit Sänger Percy Howard hat man eine schwer charismatische Stimme, die wohl irgendwo fußt zwischen Mississippi-Delta-Blues und generell dieser Art emotionaler Sounds aus den amerikanischen Südstaaten.
Emotional, leidenschaftlich, theatralisch und wahrlich sehr beseelt marschieren diese schweren, meist aufgeladenen Stücke durch meine Membran, und mit jedem weiteren Hördurchgang erschließt sich hier ein sehr eigenes emotionales Album, welches handwerklich mit vielen feinen Zutaten glänzt, seien es Bläser oder Synths. In düsteren Americana-Schleichern wie 'The Reaper' mündet die dynamisch-rockige Seite auf wundervolle Weise mit den eindringlichen Vocals in einem emotional-aufrüttelnden Crescendo, welches zu berühren weiß.
Sanfte folkloristische Classic-Pop-Songs wie 'Magic In The Trees' werden stimmungsvoll ergänzt um weibliche Backing-Vocals, Streicher werden integriert, über allem thront die dramatische Stimme von Howard. Lieder über Glauben, Liebe, die ewige, nie zu stillende Sehnsucht passen einfach hervorragend zum atmosphärisch-bluesigen Habitus der Band. 'Left Behind' steigert sich mit viel Pathos am Ende, die schwebenden Synths verdichten das Ganze wohlwollend, und im melancholisch zweigeteilten, ambienten Art Pop von 'The Basis For The Devil's Argument' kann man sich schön hineinfallen lassen.
Ist so alles in dieser Form normalerweise nicht so ganz mein stilistisches Terrain, aber die seelenvollen Vocals sind eine Klasse für sich – man fühlt den Sänger einfach, und der Mix aus schattenhaften Nacht-Balladen und spirituell-soulig-alternativer Rock-Romantik geht hier hervorragend auf.Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Percy Howard - Vocals,Lyrics
• Stephen Sullivan - Guitars
• Richard Kazanjian - Bass
• Sean Sullivan - Drums
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Nûs zur Verfügung gestellt.


