Modern Progressive Metal
(41:49; CD, Digital; Art Gates Records; 16.10.2026)
Hoch motiviert präsentieren die Pariser den letzten Teil ihrer Trilogie, die nach "Iono" und "Helios" mit "Dyson" ihren Abschluss findet. Kosmische Themen um einen Stern, dessen Energie absorbiert werden kann, werden musikalisch mit düsteren Synths und verschiedenen Vocals zwischen rauen, klaren und aggressiven Shouts eingefangen. Der Band-Sound ist kraftvoll, aber nicht immer werden alle Puzzleteile harmonisch auf den Punkt gebracht.
Ambitioniert klingt das alles: die ständigen Wechsel der stimmlichen Klangfarben, massive Stakkato-Riffs (Meshuggah lassen grüßen), groovige Mid-Tempo-Parts, vertrackte Passagen und immer wieder kosmische Synths, die neben den melodisch klaren Vocals für harmonische Kontraste sorgen. Das Problem dabei ist, dass diese Clean-Vocals nicht immer auf Augenhöhe agieren, während das wütende Growling zumindest den Standards gerecht wird.
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In 'Kemper' werden sinistre Ambient-Passagen installiert, die dem kaputten und kalten Gekeife im späteren Verlauf als maximaler Gegenpol gegenüberstehen. Dystopisch und abweisend, melancholisch und weich auf der anderen Seite: Innerhalb dieser Extreme wird vertrackt im modernen, kalten Prog Metal agiert und die Dynamikgrenze unaufhörlich malträtiert. Balladesk, mit Piano und melancholischem Gesang (erinnert gern mal an die Landsleute von Klone), startet das knapp achtminütige 'Shadows Of Despair'. Auch hier sind die bemühten klaren Vocals eine Wackelnummer, während der eher Death-Metal-affine Gesang kompakt wirkt. Im ebenfalls achtminütigen 'Virtual Prison' werden gekonnt atmosphärische, elegische Momente geschaffen, die den sonstigen Songanteilen etwas Glanz verleihen. Man hört der Band ihre Motivation an: Die vielen atmosphärischen Schichten, Grooves und komplexen Ansätze sind auf dem Papier gut konzipiert, nur schwankt die Qualität des Gesangs doch offenkundig, sodass die Band hier und da gehörig mit schwacher Brust wackelt. Kein schlechtes Modern-Prog-Album, aber auch nichts, was lange anhaftet.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Besetzung:
• Jonathan Lino - Vocals , Guitars & Keyboards
• Marc-Antoine Walczak - Guitars & Keyboards
• Clemence Santé - Bass
• Jesses Haddad - Drums
Surftipps:
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• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Art Gates Records zur Verfügung gestellt.


