
Shoegaze • Slowcore
(40:55; CD, Vinyl, Digital; Atypeek Music/Shore Dive Records; 25.09.2026)
Ganze 35 Jahre ist es nun schon her, dass My Bloody Valentine mit "Loveless" die Blaupause für Shoegaze schlechthin veröffentlichten, dessen Nachhall bis heute vernehmbar ist. Und den auch Pam Risourié hörbar verinnerlicht haben. Auf ihrem zweiten Album potenzierte die Pariser Shoegazefraktion ihr Feedback merklich, derweil der Wohlfühleffekt des Debüts "Days Of Distortion" erhalten bleibt.
Hatte man eben hier das Gefühl, Pam Risourié übten sich in angestrengter Zurückhaltung, so wird nun geradezu gelärmt, dass bei entsprechender Lautstärke ein Gehörschutz hilfreich wäre, was einem angenehmen Ohrenbluten entgegenwirkt. Der Shoegaze der Franzosen artet an dieser Stelle in jenen Noise aus, der uns einst bei Acts wie The Jesus & Mary Chain zu deren "Psychocandy"-Zeiten begeisterte, wobei die von Pam Risourié hingehauchten Vocalmelodien eine traumwandlerische Atmosphäre vermitteln.
Tunes wie 'I’ll Never Be Human', 'Immer' und 'Moth' greifen schon einmal mit bis zum Anschlag aufgedrehten Reglern in die Vollen, wobei der Feedback-geschwängerte Enthusiasmus der Band in epische, in Watte gepackte Krawallorgien wie 'Quicksands' mündet. Also nix mit "Loveless", da "I’ll Never Be Human" auch den Untertitel "Beloved" führen könnte.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildunge: Pam Risourié/Bandcamp

