
Alternative Rock • Indie Rock • Alternative Metal • Nu Metal
(45:06; Vinyl (2 LP), CD, Digital; Trade Secret Records; 25.09.2026)
Wer bei 'The Chaos' und 'Of Course' nicht mindestens einmal kontrolliert, ob tatsächlich Father Of Peace und nicht doch System Of A Down läuft, hat entweder ein verdammt gutes Gedächtnis für Bandstimmen oder hört seine Musik grundsätzlich mit ausgeschaltetem Gehirn. Die ersten beiden Songs kombinieren kantige Alternative-Metal-Riffs, nervöse Rhythmuswechsel und eingängige Refrains mit einem Gesang, der Avshalom Ariel verblüffend nahe an System Of A Down heranrückt – jener US-amerikanischen Band mit armenischen Wurzeln. 'The Chaos' setzt auf wuchtige Gitarren und dramatische Zuspitzung.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Of Course' wirkt dagegen wie ein hyperaktiver Wechsel zwischen aggressivem Rock und poppiger Eingängigkeit. Das macht Laune, wirft aber auch die Frage auf, wie viel Eigenständigkeit hinter dieser treffsicheren Verbeugung steckt.
Mit 'No Complaints' und 'Persian' erweitern die Israelis ihr Spektrum zwischen funkig-rockiger Direktheit und metallischen Ausbrüchen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'mysterycentury' schlägt mit verschachtelten Wendungen eine Brücke zu The Mars Volta, während 'In The Pond' das Wechselspiel aus schrägen Ideen und eingängigen Melodien fortsetzt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Bluish' punktet mit federndem Bass und funkigem Groove, der an die Red Hot Chili Peppers oder Royal Blood denken lässt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Heaven' rückt anschließend die melodischere, zugänglichere Seite in den Vordergrund. Die Pop-Punk-Sensibilität, die immer wieder an Weezer, Sum 41 oder Zebrahead erinnert, sorgt dafür, dass selbst die sperrigeren Einfälle nicht im musikalischen Dickicht verschwinden. Father Of Peace nennen das SUNCORE – ein Etikett, das zumindest den Vorteil hat, keine allzu präzisen Erwartungen zu wecken.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der zweite Teil der Veröffentlichung versammelt das komplette Debüt "The Year Of Madness" von 2024. 'Business State Of Mind' setzt auf reduzierten, schrägen Rock mit einer Prise Humor, die an The Presidents Of The United States Of America erinnert. 'Advice' führt den eigenwilligen Alternative-Rock-Ansatz fort, bevor 'Escapism.' die eingängigere Seite der Band betont. 'The Land Of Foreign Suns' nimmt mit seinem lässigen Groove eine entspanntere Abzweigung, die auch Sublime-Fans ansprechen könnte. Der Titeltrack 'The Year Of Madness' bündelt den Eigensinn der frühen Bandphase, während 'I'm A Unicorn' schon mit seinem Namen klarstellt, dass hier nicht jede Idee durch den Ernsthaftigkeitsfilter muss.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Enemy' verbindet druckvolle Riffs mit der überdrehten, theatralischen Gesangsdramaturgie, für die Serj Tankian bekannt ist.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Trapeze' schwebt als verträumte Ballade irgendwo zwischen psychedelischem Sgt.-Pepper-Pop und den verschlungenen Klangwelten von The Mars Volta.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
"The Year Of Madness & The Mystery Century" vereint damit acht neue Songs mit dem 2024er-Debüt: rund 45 Minuten Musik, davon etwa 19 Minuten neues Material. Eine praktische Gelegenheit, den bisherigen Backkatalog gleich mitzuliefern – dramaturgisch ist das allerdings eher eine musikalische Doppelhaushälfte mit gemeinsamem Klingelschild als ein rundum geschlossenes Album.
Auch die Veröffentlichungspolitik wirkt durchdacht. Über längere Zeit gestreute Singles und Kurzclips, in denen die Bandmitglieder mit und ohne Instrumente herumalbern, machen Hooks wie die von 'The Chaos', 'Bluish' oder 'Enemy' schon vertraut, bevor man die vollständigen Songs hört. Tarotkarten, mittelalterliche Holzschnittästhetik und das SUNCORE-Branding liefern dazu eine visuelle Identität, die zwischen Mysterium und bewusstem Augenzwinkern pendelt. Dass einzelne Cover Spekulationen über eine mögliche KI-Konstruktion ausgelöst haben, passt ins Bild; Belege für künstlich erzeugte Musik liegen allerdings nicht vor. Mit May Alpert am Bass und zusätzlichem Gesang hat sich die Band seit 2025 zudem personell verändert. Avshalom Ariel bringt Erfahrungen als Songwriter und Produzent mit, unter anderem aus seiner Arbeit mit Netta – was das Gespür für Hooks erklären mag, aber nicht automatisch die musikalischen Vorbilder verschwinden lässt.
Unterm Strich macht "The Year Of Madness & The Mystery Century" vor allem Spaß. Zwischen funkigen Bassläufen, pop-punkigen Ohrwürmern, psychedelischen Balladen und verschachtelten Ausflügen bleibt die Band selten lange auf derselben Spur. Für ein ausgewachsenes Progressive-Rock-Album fehlt es dem Material vielleicht an kompositorischer Komplexität, für simples Pop-Rock-Gedudel ist es wiederum zu verschroben und unberechenbar. Father Of Peace besetzen eine reizvolle Zwischenzone, in der eingängige Hooks und schräge Seitensprünge erstaunlich gut zusammengehen.
540.000 Instagram-Follower, 42 Millionen YouTube-Aufrufe und 1,1 Millionen monatliche Spotify-Hörer – Father Of Peace haben offenbar herausgefunden, wie man dem digitalen Dauerrauschen nicht nur entkommt, sondern es für die eigenen Zwecke instrumentalisiert. Ausverkaufte Konzerte sprechen dafür, dass hinter dem Klick-Karussell mehr steckt als ein paar gut platzierte Kurzclips. Ob man die Inszenierung nun clever oder kalkuliert findet: Die Mischung aus eingängigen Hooks und musikalischen Seitensprüngen trifft offensichtlich einen Nerv.
Bewertung: 12/15 Punkten
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bandcamp. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Besetzung:
• Avshalom Ariel - Gesang, Gitarre
• Tom Bollig - Gesang, Schlagzeug
• May Alpert - Gesang, E-Bass
Surftipps:
• Homepage
• Linktree
• YouTube
• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Agenturname zur Verfügung gestellt.

