Cinematic Post Rock
(40:14; Vinyl, CD, Digital; Metal Blade Records; 10.07.2026)
Ja ja, würden die Bäume, würde die Natur generell sprechen können – würden wir zuhören, lernen, irgendetwas anders machen, endlich wieder in den Kreislauf eintreten, den das Universum so dringend benötigt?
Keine Ahnung, auf alle Fälle schön, dass die Amis von If These Trees Could Talk nach knapp zehn Jahren Abstinenz endlich mal wieder ein Lebenszeichen definieren.
"The Hidden Hand" bleibt mit knapp 40 Minuten übersichtlich, spricht in jeder Note jeden konservativen Post Rocker an, was ich nicht als Kritik verstanden wissen will.
Diese Platte ist stark, sie weiß, was Songs mit großer Geste benötigen, möchte nicht experimentieren und den Status quo der Band verwässern. Stattdessen lotet man mit epischer Dynamik alle Möglichkeiten aus, die sich bieten, und schiebt sich genregerecht zwischen kontemplativen und aufbrechenden Heavy-Passagen hin und her.
Die Melodien und der Sound sind A-Typical: Sie berühren mit Melancholie, Ruhe und stürmischen Passagen. Die oft zitierte Nähe zum Post Metal sehe ich zum Glück nicht – schwer und kraftvoll ist der Post Rock der Amis allerdings jederzeit.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
.
'Moon Machine' schleift sich mit schönen Melodiebögen, angenehm organischem Sound und Leise-/Laut-Dynamik sicher ins Ziel. 'Sea Of Glass' lullt mit glasklaren Akkorden erstmal gehörig ein, schafft eine wehmütige Stimmung und bricht natürlich, wie erwartet, irgendwann in die Breite auseinander. Erhabene Mitsing-Chöre in 'Blurry Creatures' erinnern an die gewaltigen Crippled Black Phoenix ('Burnt Reynolds'!) – schwebende Parts und akzentuierte Gitarren machen das Bild hintenraus sehr stimmig.
Variable Drums, schleppende Rhythmik und eine immer etwas bedrückende Bildsprache lassen trotzdem hier und da mal hoffnungsvolle Lücken zu. Die Absprünge in den Songs, die stets erwartete Wall of Sound – sie kommt maximal vorhersehbar, aber: Hymnische Melodik, Arrangements und Emotionen sitzen auf den Punkt, und man bekommt einfach die erwartete Dosis erhabenen Post Rock.
Bewertung: 12/15 Punkten
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bandcamp. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Surftipps:
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Abbildungen: If These Trees Could Talk/Bandcamp


