Alternative Rock • Grunge Pop • Noise Pop
(42:204; Vinyl, CD, Digital; Jagjaguwar/Cargo Records; 28.08.2026)
Ach kommt, wir drehen einfach kurz die Uhr knapp über 30 Jahre zurück, Grunge und Alternative sind auf dem Zenit und zwischen all den Seattle-Bands gibt es die etwas anderen Bands wie die kauzigen Dinosaur Jr. um den sympathisch eigenwilligen Freak J. Mascis.
Ich war nie ein Fan von schrammeligen Gitarren-Pop/Rock, aber 'Out There' seinerzeit mit seiner sehnsüchtigen Melodie, den treibenden, sehr intensiven Gitarren – und schon hatte mich die Band vollumfänglich nebst Album im Netz. Leader J. Mascis hat zusätzlich in den vielen Solo-Alben der letzten zwei Jahrzehnte immer gut abgeliefert, aber die Dynamik innerhalb der eigenen Band ist am Ende doch 'ne ganz eigene Chose.
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Kleine Piano- und Synth-Gimmicks gibt es auf "There Near", aber, ist man mal ehrlich, die Mannen tun hier genau das, was sie eben am besten können: beseelten Gitarren-Rock mit viel schnodderigem Noise Pop, Grunge und hymnischer Melancholie. So liebt man die Band, und wenn man der Platte ein paar Durchläufe gibt, entpuppen sich Songs wie 'Walk Me Back' als echte Schmankerl, mäandern melancholisch durch die Lande und klar, die rotzigen Riffs und Soli gibt es an jeder Ecke zuhauf.
Mascis kann nicht anders, und diese liebevolle Art, krachige, nörgelige Gitarren mit Zuckerguss-Melodik zu servieren – da ist der Barde schon immer etwas anders. Irgendwie Außenseiter-Musik, die berührt und mit nerdiger Attitüde und dem richtigen Gespür für große Momente Punktlandungen verspricht. Nicht jeder Song knallt auf die Zwölf ('Read The Room'), man erreicht die Klassiker nicht wirklich, aber als Gesamtpaket macht die Wiederhörensfreude einfach nur Spaß.
Melancholisch rockige Schlenker wie 'Everything At Once' oder 'Take Me With You' sind Dinosaur Jr. in reinrassig, nur mit etwas mehr Füsse auf den Boden und einer gewissen Positivität mehr in der Melodik. Seitenmann Lou Barlow kann selbst auf eine volle Diskographie zurückgreifen, nutzte er die Auszeiten der Band stets für unterhaltsame Indie-Solo-Alben und steuert hier aktuell mit zwei fast traditionell hemdsärmeligen Gitarren-Rocker eigenes Material bei ('Blowin' Up' und 'No Ones Ready') bei. Wie das zwischen die von J.Mascis gesungenen Tracks passt, soll jeder für sich entscheiden. 'Gone Off' macht mit viel Groove, Licht und offensiven Gitarren einfach nur gute Laune und ist Sommer-Musik pur für's offene Verdeck.
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"There Near" wird kein Klassiker, ist aber ein frisches, unverbrauchtes und abwechslungsreiches Sommer-Album, welches mit vielen guten Songs ein dauerhaftes Lächeln ins Gesicht zu zaubern weiß. Ich freu mich immer, den kauzigen Gesang, die maximal überdrehten Gitarren und die jugendliche Euphorie/Melancholie von Mascis aufzusaugen … so klingt eben keine andere Band.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• J. Mascis – Gitarre, Gesang
• Lou Barlow – Bass, Gesang
• Murph – Schlagzeug
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Cargo Records zur Verfügung gestellt.



