Stoner Rock • Cosmic Psychedelia
(42:24; Vinyl, Digital; Electric Valley Records; 03.07.2026)
Eine konzeptionelle Ode an das Meer – ein Thema, bei dem zuletzt einige Künstler verschiedenster Genres immer wieder mannigfaltig Inspirationen tankten. Zwei lange Songs von über 21 Minuten, aufgeteilt in jeweils vier Parts, klingt schon mal spannend.
Die Brasilianer sind mittlerweile schon bei ihrer sechsten Rille angekommen. Elemente des Space Rock, Stoner und kosmischer Psychedelia sind die Grundpfeiler des Bandsounds. Klingt natürlich für's Erste nach den gewohnten Zutaten. Wie die Band diese für sich zu nutzen weiß, lässt mich als Fan der Materie nicht kalt.
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Watet man auf der ersten Seite noch knietief im klassischen Stoner Doom/Blues, wogen schwere fuzzy Riffs mit den Wellen an Land, so weiß man nach und nach Flöten, lyrischen Prog-Sound und Spät-Sechziger Hippie Atmosphäre in die Dramaturgie zu speisen. Diese stillen Passagen, die so richtig feine Blaupausen bedeuten, haben es in sich und wissen zu begeistern.
Damit ist die Dynamik vollumfänglich gegeben und zeigt, dass die Brasilianer beide Seiten der Medaille zu bedienen wissen. Da gerade der kosmisch-entrückte Teil dermaßen in die Venen fließt, lässt er den eher herkömmlich bluesigen Stoner Doom hier und da fast zu konventionell erscheinen, obwohl die Band mit passenden Orgeln und sogar lieblichen Female Vocals wirklich tolle Akzente zu setzen weiß.
Ich frage mich an dieser Stelle des Öfteren, wo die Brasilianer konsequent musikalisch andocken könnten, würde man mutig progressiv und atmosphärisch in die Tiefe weiterforschen und den fuzzy Doom noch mehr außen vor lassen. Gedankenspiele, egal … es bleibt eine kurzweilige, musikalisch unterhaltsame Reise hinaus auf die See, die handwerklich und im passenden Moment hippiesk sowas von umarmend kosmisch auffängt. Mehrstimmige Chöre und ausufernde orgellastige Passagen erzeugen dramatische Ecken und Kanten.
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Mit den Flöten, den sanften Parts generell gibt es aus meiner Sicht massig Potenzial für mehr. Wellenrauschen hier und da unterstützt das konzeptionelle Unterfangen, und die zweite Seite holt mich in jeder Sekunde rein ins Geschehen. Ähnlich den psychedelischen Balladen von Crystal Caravan wird ordentlich Stimmung erzeugt, und hoffentlich gibt es in naher Zukunft mal ein rein kosmisches Progressive-Rock-Werk der Jungs zu bewundern – schön wäre es …
Bewertung: 11/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Qatar PR zur Verfügung gestellt.


