Jazz • Instrumental
(71:56; Digital; Timezone/Eigenvertrieb; 12.06.2026)
Wer sich dieses Album erobern möchte, der sollte den Sound eines Saxophons und der Hammond Orgel lieben. Und natürlich dem Jazz zumindest nicht abgeneigt sein. Da diese Eigenschaften wahrscheinlich nicht nur auf mich, sondern bestimmt auch auf unzählige andere Musikfreunde zutreffen, sollte dieser Einspielung besondere Aufmerksamkeit und eine Rezension gegönnt sein.
Als Hundebesitzer sprang mich das Cover der beiden tanzenden Hunde natürlich sofort an und nachdem der erste Track 'Dog Dance' ein paar Sekunden spielte, da war ich sofort Feuer und Flamme. Der Groove wirkte, der Fuß zuckte und das Hirn befahl mir zu tanzen. Der glasklare Klang tat sein Übriges. Wenn das über fast 72 Minuten so weiter geht, dann muss ich mir meine Schuhe neu besohlen lassen. Nun, es geht selbstverständlich nicht so weiter und die Musiker lassen dem Hörer auch mal die Möglichkeit, einfach nur still zu sitzen und dem hypnotisierenden Rhythmus eines Tracks wie 'For Sco' entspannt zuzuhören. Grundsätzlich aber spielt der Rhythmus, mal schnell gespielt und fast schon wie Bebop, dann wieder gemächlicher wie in 'Goldie's Pogo Lab', die alles entscheidende Rolle. Der Schlagzeugbesen, der akustische Bass, die Hammond und die messerscharfen Saxophone sind dabei Werkzeuge, die von studierten Musikern bis an ihre Grenzen austariert werden. Das hat Biss, ist aber nicht allzu kompliziert und geht geschmeidig ins Ohr.
Neun Tracks und ca. 72 Minuten Laufzeit bedeuten, dass alle Tracks ohne Ausnahme relativ lange dauern und somit Gelegenheit zu Improvisationen geben. Diese sind natürlich nicht einfach so dahin gespielt, das macht schon alles Sinn und ist deshalb auch relativ leicht, vielleicht zu leicht, begreifbar. Da liegt dann aber auch der einzige negative Punkt des Albums. Die Band hätte die Spielzeit etwas kürzer gestalten können, denn Menschen, die nur hin und wieder in diese Musikrichtung hineinhören wie ich, werden irgendwann nicht mehr so andächtig zuhören, weil die Konzentration nicht voll gefordert wird. Hardcore-Jazzfans vermutlich auch nicht, denn denen ist das Album eventuell zu bieder.
So bleibt neben vielen positiven Punkten im Endeffekt auch der Eindruck, dass manches zu lange dauert und eine Straffung der Tracks dem Album mehr Pep und Würze gegeben hätte. Das sollte aber neugierige Jazzhörer nicht von einem Test abhalten. Die Musiker hätten es verdient, denn ihre Instrumente werden hier höchst professionell gespielt. Und die meisten Tracks sind echt groovy.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Line-Up:
Katharina Maschmeyer - Tenor Sax (BariSax & Bassklarinette Track 9)
Nils Pollheide - Gitarre
Dirk Schaadt - Hammondorgel
Hardy Fischötter - Schlagzeug
Jill Gräfe – Trompete (Track 9)
Tracklist:
01 Dog Dance 07:52
02 2 Cute 07:44
03 For Sco 09:13
04 Max & Wick 09:02
05 Do Your Thing 06:48
06 Diaper Don 07:47
07 Mingo 07:03
08 Cats & Cheese 07:05
09 Goldie’s Pogo Lab 09:22
Surftipps zum KaMa Quartet:
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Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Katharina Maschmeyer


