Nordic Folk • Progressive Rock • Atmospheric Metal
(36:53; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 25.09.2026)
Die Norweger von Gåte hatten 2024 Norwegen beim Eurovision Song Contest vertreten, dies wild und farbenfroh. Das brachte natürlich einiges an Aufmerksamkeit, führte zu mehr Popularität, der Wechsel zu Season Of Mist als größerem Label ist somit mehr als naheliegend.
Ihr poppiger Mix aus wilder Optik, traditionellen Einflüssen, Folk, Metal und orchestralen Rock-Klängen geht aber auch immer gut ins Ohr. Ob fette Metal-Riffs, Dramatik, theatralischer Symphonic Rock – dynamische Strukturen zuhauf garantieren absolute Kurzweil beim Hören von "Sigil".
Sängerin Gunnhild Sundli hat die perfekte Stimme für all die zauberhaften Märchenwald-Symphonien, springt die Band durchgehend durch alle Ebenen des nordischen Sounds. Sanft, folkloristisch, ätherisch auf der einen Seite, dem Mainstream mit bombastischem Rock/Metal mehr als einmal entgegenspielend.
Die Song-Längen liegen ausschließlich zwischen drei und vier Minuten, also alles gut auf den Punkt gespielt. Der Opener 'Bergteken' zeigt hervorragend die abgesteckte Bandbreite der Band auf, fängt man leise, sanft und traditionell an, bricht dann später mit all dem Input an nordischen Instrumenten wie Nyckelharpa druckvoll auf. 'Oskorsreia' drückt heavy, spielt mit orchestralen Melodien und fetten Gitarren im ständigen Spannungsfeld.
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Diese frische Herangehensweise ist mit all ihren fantasievollen Arrangements und Streichern, den typisch alten, nordischen Melodien ein Selbstläufer für Freunde dieser Art von Klängen. Elegische Balladen wie 'Songen' sollten wohl jeden Freund der Hochlande wie von alleine durch Mark und Bein gehen.
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Im Song 'Sannsiger' gibt es mit Maria Franz von Heilung sogar prominente Unterstützung, 'Mi Jord' ist ein eindringlicher Hit, federt sich mit Synths und dichtem Heavy-Fundament in einen berührenden Refrain auf. 'Jostedalsrypa' ist am Ende so eine ganz typische, sehr melancholische Folk-Ballade mit Streichern und Orchester, die dieses nicht zu lange, dafür sehr unterhaltsame Release perfekt abzuschließen weiß.
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Im Spannungsfeld der nordischen Extreme von Wardruna, Heilung bis Black Metal haben Gåte ihre ganz eigene Kulisse und Nische an Sounds, sind wesentlich radiokompatibler, ohne diese traditionellen, emotionalen Facetten außen vor zu lassen. Songs über Aberglaube, alte Volkserzählungen, den Schwarzen Tod, die Welt der Lebenden und Toten – mit allerhand traditionellen Instrumenten und Songs in der Heimatsprache spielt man diese Themen mit viel Licht, Kreativität und Melancholie statt extremer Dunkelheit.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Gunnhild Sundli — Vocals
• Magnus Børmark — Guitars, Nyckelharpa, Sounds, FX, Programming, Percussion, Backing Vocals
• Jon Even Schärer — Drums, Percussion, Programming, Mouth Harp, Backing Vocals
• Arent Todal — Hardanger Fiddle, Nyckelharpa, Violin, Sounds, Backing Vocals
• Mats Paulsen — Bass, Backing Vocals
Gastmusiker:
• Kristian Fanavoll Tvedt — Synths, Programming, Sounds, Guitar, Backing Vocals
• Maria Franz — Guest Vocals on "Sannsiger"
• Olav Luksengård Mjelva — Hardanger Fiddle on "Bergteken", "Oskorsreia", "Strandvaskar", "Songen", "Aude"
• John Stenersen — Hurdy-Gurdy on "Mi Jord"
• Knut Anders Vestad — Concert Grand Piano on "Jostedalsrypa"
• Marit Aspås — Cello on "Jostedalsrypa"
• Sylvelin Sundli — Upright Piano on "Bòd frå djupet"
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Season Of Mist zur Verfügung gestellt.


