
Alternative Rock • Progressive Metal
(19:51; Digital; InsideOut Music/Sony Music; 17.04.2026)
Früher R3VO, heute HOLOSOIL – und irgendwo zwischen Namenswechsel und neuer Frontfrau hat man beschlossen, dass weniger direkter Druck und mehr kosmische Bedeutung vielleicht auch eine Idee sind. 2023 beim Euroblast noch „Guano Apes in sexy“, heute eher: „Bitte kurz alle nach innen schauen“.
Das Ergebnis hört auf den Namen "Look Up" und wirkt insgesamt etwas sphärischer gedacht – mehr Raum, mehr Atmosphäre, mehr „wir lassen das jetzt mal atmen“. Passiert dann auch, nur eben kontrolliert statt chaotisch.
Der Opener 'Look Up' legt direkt mit Crossover-Schlagseite los: rifftechnisch nicht ganz weit weg von Rage Against the Machine, dazu halbgerappte Passagen, die erstaunlich gut sitzen. Und dann kommt Emelie Sederholm und klingt zwischendurch wie Anneke van Giersbergen – was den Song zu einer eigenwilligen, aber ziemlich funktionierenden Mischung macht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Cracks' beginnt mit grummelndem Bass und elektronischen Spielereien, die tatsächlich stark an The Gathering zu "How to Measure a Planet?"-Zeiten erinnern – und in Kombination mit der Stimme stellen sich da durchaus mal die Haare auf. Der Chorus holt das Ganze dann wieder klar ins Alternative-Progressive zurück und erdet die Nummer.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Spirals' wird zum ersten echten Highlight: mystisch, leicht schwebend, stellenweise hymnisch, mit spannenden Elektronik-Details und einem Bass, der ordentlich Druck reinbringt. Hier funktioniert das neue Klangbild besonders gut.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
'Freakshow' bleibt zunächst sehr schwebend angelegt, arbeitet eher mit Spannung als mit direkter Eskalation und zieht die Härte erst gegen Ende spürbar an – eher als kontrollierte Verdichtung denn als Ausbruch.
'Animal' schließlich bündelt vieles davon: Pop trifft Alternative Prog Metal, ein sphärisch wirkendes Intro, darüber ein sehr eingängiger, fast poplastiger Gesang – während darunter ein deutlich deftigeres, verspieltes und angenehm verfrickeltes Instrumental arbeitet. Einer der Tracks, die das Spannungsfeld der Band gut auf den Punkt bringen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Die Band arbeitet dabei stark mit Bildern von Kreisläufen, inneren Zuständen und einer Welt, die sich selbst im Dauerloop zu verlieren scheint – große Themen, klar formuliert, aber selten platt heruntergebrochen.
Unterm Strich bleibt ein Album, das zwischen Crossover-Riff, atmosphärischer Weite und ätherischem Gesang eine sehr eigene Balance findet und genau daraus seine Spannung zieht.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- 'Look Up' (03:04)
- 'Cracks' (03:29)
- 'Spirals' (04:05)
- 'Freakshow' (04:52)
- 'Animal' (04:21)

Besetzung:
• Emelie Sederholm - Vocals
• Victor Nissim - Bass
• Jan Kurfürst - Guitar
• Altaïr Chagué - Drums
Surftipps:
• Homepage
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober zur Verfügung gestellt.

