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    Du bist hier:Home»Reviews»Omega – Gammapolis & Live at Kisstadion

    Omega – Gammapolis & Live at Kisstadion

    6
    By Juergen Meurer on 18. August 2022 Reviews

    Omega – Gammapolis & Live at Kisstadion (1979/Reissue MiG, 29.07.2022) COVER(42:07, 74:46, 2-CD, MIG Music, 1979/2022)
    Im Rahmen ihrer Wiederveröffentlichungen im Doppelpack legt MIG Music die nächste Kombination von Omega vor. Wir befinden uns bei diesen Alben im Jahr 1979, als die Ungarn mit „Gammapolis“ ein neues Studiowerk vorstellten und im gleichen Jahr noch ein Livealbum nachlegten, das zu den Highlights ihrer beeindruckenden Karriere zählt. Es gibt nur sehr wenige Bands, die über einen dermaßen langen Zeitraum in unverändertem Line-up aktiv waren, und diese klassische Besetzung war natürlich auch zu dieser Zeit aktiv, also:

    János Kóbor - lead vocals
    László Benkö - synthesizers / mellotron / organ / piano
    Tamás Mihály - bass guitar / acoustic guitar
    György Molnár - guitar / guitar synthesizer / 12string acoustic guitar
    Ferenc Debreceni - drums / percussion / vibraphone

    Leider kann es diese Besetzung nie wieder geben, da sowohl Gründungsmitglied László Benkö wie auich der langjährige Bassist Tamás Mihály im November 2020 verstorben sind. Mit dem Tod von Sänger János Kóbor im Dezember 2021 ist sogar eine weitere Fortführung von Omega ausgesprochen fraglich.

    Gammapolis

    Zurück zum Album und zu CD 1, bestehend aus dem 1978 in München aufgenommenen Studioalbum „Gammapolis“. Das Zählen von Omega-Alben gestaltet sich nicht gerade einfach, es gibt da neben den englischen Versionen auch die Veröffentlichungen in Muttersprache, so auch bei "Gammapolis". In den Liner Notes wird schön auf die unterschiedlichen Versionen und Spielzeiten eingegangen. So weit, so gut. Was die vorliegende Veröffentlichung zu einem Ärgernis macht, ist zum einen die Schlamperei bei den auf der Coverrückseite abgedruckten Spielzeiten, da ist offensichtlich keine finale Qualitätskontrolle durchgeführt worden. Der Abschlusstrack ist mit 2:16 ausgezeichnet, was rund 5 Minuten daneben liegt. Wie gesagt, Schlamperei! Bei den damals üblichen LP-Spielzeitlängen von rund 40 Minuten ist es ebenfalls befremdlich, warum kommentarlos ein Song einfach gestrichen wurde. Ebenfalls ärgerlich. Das Album wird eingerahmt von zwei Sieben-Minuten-Titeln, dem Opener ‚Dawn in the City’ und dem abschließenden ‚Gammapolis 2‘, der Rest liegt meist im Vier-Minuten Bereich – kurz und bündig also. Der kurze Song ‚The Man Without a Face‘ fällt etwas aus dem Rahmen, ansonsten liegt hier der für diese Zeit typische Omega-Sound vor, wobei man schon erahnen kann, dass die proggige Phase sich dem Ende nähert – wie bei so vielen Bands Anfang der 80er. Keyboarder László Benkö sorgt mit seinen Tasteninstrumenten noch für gelegentliche sinfonische Momente, bisweilen noch an ihre Glanzzeiten zur „Time Robber“ Phase erinnernd. So beispielsweise auf erwähntem Opener, auf den mit ‚Lady of the Summer Night‘ eine radiotaugliche balladeske Nummer folgt, die leicht ins Ohr gehen. Daran schließt sich mit ‚Rush Hour‘ eine typische Rock-Nummer Marke Omega an. Hier ist zur Songmitte ein feines Gitarrensolo zu hören, das stellenweise an Grobschnitt erinnert. Und so geht es weiter, immer wieder blitzen mal Prog-Elemente auf, wobei aber der Fokus eher Richtung Radiotauglichkeit geht.

    Live at Kisstadion

    Das am 8. und 9. September 1979 im Budapester Stadion mitgeschnittene Konzert zeigt Omega in Bestform. Wenig überraschend bestand die Setlist überwiegend aus Songs der beiden aktuellen Alben, also „Gammapolis“ und „Skyrover“. Glücklicherweise ist auch ihr Album „Time Robber“ immerhin mit zwei Songs vertreten. Der Hit ‚Highway on the Starway‘ vom Skyrover-Album wird in einer knapp zwölfminütigen Fassung präsentiert, bei der als Gastgitarristen auch die Hobo Blues Band-Gitarristen József Törös, Egon Póka und János Szénich auf der Bühne standen. Ein weiteres Highlight ist der Omega-Klassiker ‚Help to Find Me’ vom 74er Album „200 Years After the Last War”. Dort kann sich Keyboarder Benkö wieder von seiner besten Seite zeigen und am Synthesizer brillieren. Schade, dass nicht auch die ‚Suite‘ von diesem Album auf die Setlist kam, wäre aber angesichts der 19-Minuten Länge auch etwas aus der Reihe gefallen. ‚Russian Winter‘ ist ein weiterer Klassiker, der hier nicht fehlen darf.

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    Fazit: Schön, dass dieses exzellente Live-Album wie auch das mit Abstrichen noch für den Prog-Fan interessante Gammapolis als Doppelpack noch einmal erhältlich ist. Schade, dass es so lieblos umgesetzt wurde mit Qualitätsmängeln, die man so von MIG nicht gewohnt ist. Da war mehr drin. Der Komplettist greift lieber auf Originalausgaben zurück.
    Bewertung: 9/15 Punkten

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    Abbildungen: Omega

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    70er CD Digipak Ferenc Debreceni György Molnár Hard Rock János Kóbor László Benkö Melodic Rock MiG Music Omega Symphonic Prog Tamás Mihály Ungarn live
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    Juergen Meurer

    Auf den Hund gekommener Proggie, aufgewachsen mit Yes, Genesis, Gentle Giant, King Crimson, VdGG usw. Anschließend bemerkt, dass es - huch - ja noch sooo viele andere Bands in dieser Richtung gibt, quer über den Globus verteilt. Dann kam das Interesse für Italo-Prog, Skandinavier, Japaner, Franzosen usw. Über Tangerine Dream, Klaus Schulze, Vangelis, Kitaro usw. entwickelte sich dann auch stetig das Interesse an Elektronischer Musik und Ambient.

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    6 Kommentare

    1. Suelo Trade GmbH on 18. August 2022 10:12

      Mein Vater war begeistert von ihre Musik. Glaub dass er jedes Album in seine Kollektion hat.

      Reply
      • Juergen Meurer on 20. August 2022 12:10

        Dann muss er ausgesprochen viele Alben haben 🙂

        Reply
    2. Daaty on 18. August 2022 11:07

      My two cents:

      Jürgen hat die Schlamperei schon gut erkannt. Mir sind allerdings noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. Die Tracklist unterschlägt ja den Titel “Return of the outcast”. Aber der Titel ist drauf, heißt halt nur “Start”. Der Wiederum ist das Intro zu “Gammapolis” (zumindest in der Streaming Version). Das Album ist also komplett, jedoch ist das Tracklisting verhunzt. Ich habe aber den Verdacht, dass diese ganze Aufnahme von einer Vinyl-LP überspielt ist. Alle Stücke sind geringfügig kürzer (früher ausgeblendet) und zwischen den Stücken sind sehr lange Pausen, jeweils ca. 5 Sekunden. Am Anfang von Gammapolis kann man über Kopfhörer tatsächlich etwas Knistern vernehmen.

      Reply
      • Juergen Meurer on 20. August 2022 12:31

        Danke für das hilfreiche Update. Ich hätte ja auch gerne mit den Originalen verglichen, aber die sind mir in der Flut letztes Jahr allesamt abgesoffen….

        Reply
    3. Hans Peter on 4. September 2022 17:41

      Die Schlamperei erstreckt sich auch auf die Übernahme der falschen Schreibweise des Namens des Drummers – richtig wäre Ferenc Debreczeni – von den alten nicht-ungarischen LPs. Im modernen Ungarisch gibt es zwar tatsächlich kein “cz” mehr (das deutsche “z” wir nur noch “c” geschrieben), das es aber sehr wohl im Altungarischen gab; das “cz” hat sich, wenig erstaunlich, jedoch in zahlreichen Namen erhalten. Ein Blick in die ungarische Wikipedia oder auf eine ungarische Omega-Platte hätte diesen Fehler verhindern können.

      Reply
      • Klaus Reckert on 10. September 2022 15:22

        Wow, vielen Dank

        Reply
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