Runrig – One Legend – Two Concerts (Live At The Rockpalast 1996 & 2001)

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Runrig - One Legend - Two Concerts (MiG, 30.10.20)(jeweils 125 Minuten, 2x DVD, 4x CD, MIG Music, 2020)
Die Geschichte der schottischen Insitution Runrig endete 2018 und im Moment läuft die Vermarktung des Erbes dieser legendären Band auf Hochtouren. Neben dem umfangreichen Abschiedsgeschenk „The Last Dance“ und einer gut sortieren „Rarities“-Sammlung erscheint nun mit „One Legend – Two Concerts“ eine weitere Veröffentlichung, die nicht nur für den harten Kern der „Riggies“ (so nennen sich die Runrig-Fans) interessant sein dürfte.

Die zwei auf „One Legend – Two Concerts“ enthaltenen Konzerte spiegeln zwei unterschiedliche Abschnitte in der Bandhistorie wieder. Die Aufnahmen liegen jeweils als Konzertvideo auf DVD sowie als reine Audio-CD im Doppelformat bei. Die Veröffentlichung bringt es so in einer handlichen Box auf insgesamt sechs Datenträger und ein farbiges Booklet, das mit ein paar Fotos und interessanten Randnotizen aufwarten kann.

Bei dem Konzert vom 3. Februar 1996 in der Düsseldorfer Philippshalle befanden sich Runrig auf dem Zenit ihrer Karriere. Mit „Mara“ hatte man einen respektablen Charterfolg am Start und mit Donnie Munro einen charismatischen Frontmann auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Kurz nach dieser Tour verabschiedete sich Munro allerdings in die schottische Politik, und wurde daher durch Bruce Guthro ersetzt – übrigens kein Schotte sondern Kanadier. Daher zeigt die zweite Aufzeichnung aus dem Kölner Palladium von 2001 die Band mit Guthro als neuen Frontmann. Den Fans bietet sich hier also die Chance, zwei selten ausgestrahlte Rockpalast-Produktionen zweier unterschiedlicher Phasen in der Karriere von Runrig in ihr heimisches Archiv zu holen. Während Munro viele Jahre lang die unverkennbare Stimme Runrigs war, konnte auch Guthro mit seiner etwas rockigeren und dem Folk näheren Stimme durchaus das Publikum schnell für sich gewinnen.

Die beiden jeweils über zweistündigen Konzerte sind von der Setlist absolut gleichwertig und ausgewogen gestaltet. Es gibt Songs aus allen Schaffensphasen der Band zu hören, natürlich mit leichter Betonung der jeweils aktuellen Veröffentlichungen – 1996 „Mara“ und 2001 „The Stamping Ground“. Die einmalige Atmosphäre, gerade auch bei den gälisch gesungenen Titel, fangen beide Konzertaufzeichnungen vortrefflich ein. Allerdings muss dem Zuschauer bewusst sein, dass man hier Aufzeichnungen sieht, die mittlerweile gut zwei Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Gerade beim 1996er Konzert ist die Bildqualität streckenweise nur knapp über VHS-Niveau, die Farben überstrahlen häufig und es gibt wenig Details zu erkennen. Immerhin klanglich ist bei beiden Konzerten alles in bester (Stereo)-Ordnung. Moderne Bildformate oder sogar 5.1-Sound sucht man hier allerdings vergebens. Die 2001er Aufzeichnung ist zumindest von der Bildqualität etwas mehr auf der Höhe der Zeit. Trotzdem sollte hier niemand eine topaktuelle Produktion erwarten, hier wurde weder etwas nachbearbeitet noch remastered. Man bekommt die damaligen WDR-Aufnahmen exakt so wie sie im Archiv vorlagen. Die Audio-CDs unterscheiden sich ebenfalls nicht von den Konzertfilmen, es gibt hier auch keine Bonus-Tracks zu hören.

Trotz dieser kleinen Makel ist „One Legend – Two Concerts“ eine insgesamt runde Sache für alle Runrig-Fans geworden (und auch jene, welche die Band vielleicht jetzt erst entdecken). Die Mischung aus Rock, Pop und Folk, gemischt mit mystischen gälischen Elementen, ist immer noch eine ziemlich einmalige in der Musikgeschichte. Beide Konzerte geben dieses unnachahmliche Runrig-Gefühl sehr gut wieder.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Abbildungen: © MIG Music

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von Henrik Kropp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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