The Eternal Journey Project – The Bartering of the Planets

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The Eternal Journey Project – The Bartering of the Planets (unsigned, 1.8.20)(63:59, Vinyl/Digital, Eigenproduktion, 2020)
Perry Rhodan und Jan Tenner sind zwar keine wirklichen Idole meiner Kindheit, doch kenne ich beide Weltraum-Helden gut genug, dass ihre Namen immer wieder durch meine Gedanken schwirren, wenn ich das aktuelle Album von The Eternal Journey Project höre. “The Batering of the Planets” wäre wahrscheinlich der passende Soundtrack für eine Film-Adaption der Groschenhefte beziehungsweise für eine Neuvertonung des Kinder-Hörspiel-Klassikers.

Es sind Assoziationen die so oder in ähnlicher Form von Alex Papatheodorou, dem deutsch-griechischen Mastermind hinter dem Musik-Projekt gewollt geweckt worden sind, denn er beschreibt “The Bartering of the Planets” als “ein Instrumentalalbum, welches sich mit der Sci-Fi- und Space-Klangästhetik beschäftigt”.

“The Bartering of the Planets” ist bereits das vierte Album von Alex Papatheodorou, wobei der Multi-Instrumentalist und Songschreiber bisher immer unter dem Namen Eternal Journey gearbeitet hat. “Project” passt natürlich viel besser, da das Konzept des Albums in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Gastmusikern/Solisten besteht, “die von Jazz bis Heavy Metal den Gesamtklang der Musik färben.” Feste Mitmusiker neben Alex Papatheodorou gibt es bei TEJP hingegen keine.

Die einzelnen Titel der Platte tragen die Namen der Planeten unseres Sonnensystems, angefangen bei ‘Mercury’, über ‘Venus’ bis hin zum Zwergplaneten ‘Pluto’ und seinem Zwilling ‘Charon’. Wer nun annimt, dass es sich bei der Scheibe um eine akustische Reise durch unsere Galaxis handelt, der ist falsch gewickelt, da der elfte Song den Titel ‘The Sun’ trägt und somit die Reiserichtung ein wenig auf den Kopf gestellt wäre. Auch die Titel der beiden abschließenden Lieder tragen mit ‘Milky Way’ und ‘The Solar System’ Namen, die einer anderen Logik zu folgen scheinen.

Mir selbst erscheint das Werk wie ein Space-Soundtrack, dessen Einzelteile zwar spezifische Namen tragen, aber trotzdem freie Assoziationen beim Hörer wecken sollen. Laut Alex Papatheodorou lässt der “Film-Score-Charakter” … “gerne den Bezug zu epischen Weltraumschlachten und interstellaren Szenarien zu. Die Musik nimmt hier die Rolle der Untermalung ein”.

Dieser interstellaren Szenarien gibt es viele auf “The Bartering of the Planets”, denn ein jedes Lied hat seinen eigenen Charakter, ganz so, als würden auf musikalische Art und Weise verschiedene Welten beschrieben. Dies drückt sich vor allem durch das abwechslungsreiche Instrumentarium aus, da bei den verschiedenen Liedern ganz unterschiedliche Instrumente und Künstler zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Banjo (Alex Schmitt), Fiddle (Joon Laukamp) sowie Synthesizer (Bastian Völkel & Matthias Krauss). Vor allem die Akustikgitarre sowie Simon Kramers (Soulsplitter) Gitarrensolo beim Song ‘Jupiter’ möchte ich hier besonders betonen, denn sie machen das Lied zum besten auf dem Album.

Es ist schön, in diese Welten einzutauchen, denn vor allem die wunderschönen Melodien sowie die Vintage-Synthesizer (größtenteils gespielt von Bastian Völkel) nehmen einen mit auf eine fantasievolle Reise und machen richtig Spaß.

Anders dagegen steht es um die Rhythmusabteilung, denn allzu oft galoppieren Schlagzeug, Gitarren und Bass im Höchsttempo davon, ganz so, als würde sich Han Solo mit dem Millenium Falken auf dem Kessel-Run befinden. Was zu Anfang der Platte noch spannend erscheint, wird für mich im Laufe der über 60-minütigen Spielzeit ein wenig anstrengend, so dass es mir schwer fällt, das Album am Stück zu hören.

Was am Ende bleibt ist ein ambitioniertes Album, dass durchaus seine Freunde finden wird.
Ich persönlich höre mir immer wieder gerne einzelne Lieder an, aber selten am Stück. Ganz so wie bei Jan Tenner und Perry Rhodan: als Einzelepisoden durchaus spannend, am Stück dann manchmal dann doch etwas zu zermürbend.
Bewertung: 9/15 Punkten


Tracklist:
1 Mercury (4:43)
2 Venus (7:07)
3 Earth (3:14)
4 Mars (5:34)
5 Jupiter (5:35)
6 Saturn (3:59)
7 Uranus (5:10)
8 Neptune (4:46)
9 Pluto (5:30)
10 Charon (4:14)
11 The Sun (5:09)
12 Milky Way (4:00)
13 The Solar System (4:4)

Besetzung:
Alex Papatheodorou (alle Instrumente)

Gastmusiker:
Joon Laukamp (Fiddle – Track 1)
Bastian Völkel (Synthesizer – Tracks 1, 2, 3, 5, 11
Alex Schmitt (Banjo – Tracks 3, 7)
Matthias Krauss (Synthesizer – Tracks 3, 6, 9, 13)
Robert Schnoor (Gitarrensolo – Track 3)
Simon Kramer (Gitarrensolo – Tracks 5, 9)
Hanno Busch (Gitarrensolo – Track 8)
Thomas Spindeldreher (Gitarrensolo – Track 9)
Luke Melvin (Space Zitate)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Alex Papatheodorou zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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