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    Leprous, Klone, Maraton, 08.02.20, Dortmund, Junkyard

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    By flohfish on 24. Februar 2020 Konzertberichte

    Deutsche Leprous-Fans dürfen sich im Herbst/Winter 2019/2020 glücklich schätzen. Nachdem die Band aus der norwegischen Telemark schon im November für sieben Konzerte in der Bundesrepublik halt machte, kehren sie im Januar für ein weiteres Konzert zurück auf deutschen Boden. Die Vorbands Port Noir und The Ocean müssen dieses Mal allerdings zu Hause bleiben. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn mit Maraton und Klone haben die Skandinavier für ihren Gig im Dortmunder Junkyard nicht weniger vielversprechende Bands im Schlepptau.

    Das Junkyard ist eine relativ neue Live-Location im Norden der Dortmunder Innenstadt. Eröffnet auf der Fläche eines alten Schrottplatzes, versprüht das Außengelände des Veranstaltungsortes mit seinen Graffiti und Feuertonnen eine Atmosphäre, die an jene des Kölner Odoniens erinnert.
    Verglichen, mit den Hallen der Herbsttour, handelt es sich beim Junkyard um einen relativ überschaubaren Laden und dementsprechend ist es heute auch viel enger gefüllt als noch im November in der Kölner Kantine (vgl. Konzertbericht vom 05.11.19). Positiv auffallend ist heute vor allem der sehr geringe Altersdurchschnitt des Publikums. Mit gefühlten Ende 20 ist dieser um Weiten niedriger, als noch auf der Herbsttour und bei Prog Metal Konzerten im Allgemeinen.

    Maraton

    Anheizer an diesem Abend ist die ebenfalls aus Norwegen stammende Gruppe Maraton, die mit ihrer Mischung aus eingängigen Pop-Melodien und aufgedrehten Prog-Spielereien sehr stark an ihre Landsleute von 22 erinnert. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten verzögert sich Maratons Auftritt und damit der komplette Zeitplan des Abends um eine halbe Stunde. Das Publikum nimmt es gelassen, schließlich ist heute Tour-Auftakt.

    Als die Herren Fredrik Bergersen (Gesang), Jon Vegard Næss (Gitarre), Magnus Johansen (Keyboards), Vegard Liverød (Bass), and Frank Nordeng Røe (Schlagzeug) ins Rampenlicht treten, können Sie das junge Publikum mit ihren Muse- und a-ha-lastigen Melodien schnell auf ihre Seite ziehen.

    Manch ein Zuschauer ist sich allerdings nicht sicher, ob der Sound, den die Band an diesem Abend getroffen hat, absichtlich so gewählt war, oder ob er mit den anfangs beschrieben technischen Problemen im Zusammenhang stand. Wie auch immer, der Auftritt war ein starker Einstand.

     

    Klone

    Die französische Band Klone dürfte den meisten Lesern von Betreutes Proggen nicht unbekannt sein, da wir in der Vergangenheit schon mehrfach über die Gruppe aus Poitiers berichtet haben. Bereits im Jahre 1995 gegründet, ist von der ursprünglichen Formation heute nur noch Gitarrist Guillaume Bernard übriggeblieben. Ursprünglich im Progressive Death Metal beheimatet, haben Klone über die Jahre hinweg ihre eigene kleine Nische im Grenzgebiet zwischen Artrock, Alternative, Progressive Metal und Post Rock gefunden.

    Am heutigen Abend kann das Sextett, welches durch Yann Ligner (Gesang), Matthieu Metzger (Keyboards & Samples), Aldrick Guadagnino (Gitarre), Jean-Étienne Maillard (Bass) und Martin Weill (Schlagzeug) vervollständigt wird, auf voller Breite überzeugen. Bereits beim Opener 'Yonder' wird deutlich, dass Yann Ligners Stimme im Mittelpunkt des Geschehens steht. In bester Post Rock Manier trifft sein Organ dabei immer wieder auf Mid-Tempo Gitarrenwände, denen man teilweise deutlich die musikalische Vergangenheit der Band anhören kann.

    Klone @ Junkyard 03

    Der Schwerpunkt des Sets liegt heute Abend auf den beiden jüngsten Platten, "Here Comes The Sun" (2015) und "Le Grand Voyage" (2019) und diese schlagen beim Publikum überwältigend ein. Die Stimmung in der Halle ist ausgelassen, während die komplette Saitenfraktion wie wild über die Bühne fegt. Es ist moderner atmosphärischer Prog Rock in fast perfekter Darbietung. Wüsste man nicht, dass jetzt noch eine Band folgt, man könnte denken, man hätte den Headliner gesehen.

     

    Leprous

    Als nach einer kurzen Umbaupause dann Leprous die Bühne betreten, ist der ihnen entgegenschallende Jubel im Publikum groß. Schnell wird klar, dass viele der anwesenden Fans wegen und nicht trotz des umstrittenen letztjährigen Albums "Pitfalls" gekommen sind. Vor allem neue Lieder, wie die eröffnenden 'Below' und 'I Loose Hope' werden von nicht wenigen Fans mitgesungen, viele davon weiblich.

    Es ist ein solider Gig der sechs Musiker aus dem hohen Norden, der allerdings wenig Platz für Überraschungen lässt. Wie schon in Köln stellen auch heute die elektronisch-avantgardistischen Songs von "Pitfalls" das Grundgerüst der Setlist. 'The Valley', 'At The Botton' und 'Bonneville' fliegen raus und werden von 'Foe' vom 2013er "Coal" sowie dem genialen 'The Flood' vom 2015er "The Congregation" ersetzt. Zusätzlich schafft es mit 'MB. Indifferentia' ein Song vom in letzter Zeit viel zu vernachlässigten "Bilateral" ins Programm. Die Setlist ist in sich stimmig und kohärent und absolut auf Atmosphäre ausgelegt. Auffallend bleibt, dass der eher zurückhaltende Frontmann Einar Solberg nach all den Jahren im Rampenlicht noch immer nicht so richtig weiß, wie er mit seinem Publikum zu kommunizieren hat. Viel sicherer fühlt er sich da, wenn er seine Stimmbänder vibrieren lässt, was mir mir ein um das anderes Mal kleine Schauer über den Rücken laufen lässt.
    Nicht nur er, sondern auch seine Mitmusiker Tor Oddmund Suhrke (Gitarre), Robin Ognedal (Gitarre) Simen Børven (Bass), Baard Kolstad (Schlagzeug) und Raphael Weinroth-Brownes (Cello), tragen dazu bei, dass den Zuhörern heute Value for Money geboten wird.

    Der Applaus nach dem Hauptset gibt den Musikern das gebührende Feedback. Diese danken es den Fans mit einem überwältigendem 'The Sky Is Red' als Zugabe.

    Auch wenn das Dargebotene ein wenig an den Geschmäckern des ein oder anderen Alt-Fans vorbeigeht, so hört man nach dem Konzert lediglich negative Stimmen über die neu eingeschlagene musikalische Ausrichtung der Band. An der Show selbst und der handwerklichen Leistung der Musiker gibt es an diesem Abend nichts zu meckern.

    Text und Live-Fotos: Floh Fish

    Setlist:
    Maraton
    Klone
    Leprous

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    Surftipps zu Klone:
    Rezension: "Le Grand Voyage"
    Rezension: "Unplugged"
    Rezension: "Black Days – The Dreamer’s Hideaway – The Eye Of Needle (Reissues)"
    Konzertbericht: 05.10.15, München, Backstage
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    Surftipps zu Leprous:
    Rezension: "Pitfalls"
    Rezension: "Malina"
    Rezension: "Live At Rockefeller Music Hall"
    Rezension: "The Congregation"
    Konzertbericht: 05.11.19, Köln, Die Kantine
    Konzertbericht: 04.06.16, Oslo (NO), Rockefeller Music Hall
    Konzertbericht: 06.04.16, Essen, Turock
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    Weitere Surftipps:
    Shogun Konzerte (Veranstalter)
    Junkyard (Venue)

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    Aldrick Guadagnino Alternative Art Rock Avantgarde Baard Kolstad Dortmund Einar Solberg Frank Nordeng Røe Fredrik Bergersen Guillaume Bernard Head Of PR Indie Recordings InsideOut Music Jean-Étienne Maillard Jon Vegard Næss Junkyard Klone Konzert Kscope Leprous Magnus Johansen Maraton Martin Weill Matthieu Metzger Pop Post Metal Post Rock Progressive Metal Progressive Rock Raphael Weinroth-Browne Robin Ognedal Simen Børven Tor Oddmund Suhrke Vegard Liverød Yann Ligner flohfish live
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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