Flying Colors – Third Degree

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(55:00, CD, Digital, LP, Music Theories Recordings/ Mascot Label Group/Rough Trade, 2019)
Nach fünf geduldigen Wartejahren lässt die Supergroup aus dem Umfeld von Spock’s Beard (Neal Morse), Dream Theater (Mike Portnoy), Deep Purple und den Dixie Dregs (Steve Morse, Dave LaRue), sowie The Sea Within (Casey McPherson) wieder etwas von sich hören. Wirklich ganz viel Neues oder gar sensationell Überraschendes hat sich bei den Fliegenden Farben/ Flying Colors und ihrem 3. Studioalbum nicht getan. Die Erwartungshaltung bei diesen Spitzenmusikern war bereits im Vorfeld schon auf allerhöchstes Maß angesetzt. Das vorliegende Ergebnis gibt dieser Annahme auch recht, “Third Degree” liefert genau das, was die Musiker zu bieten haben, eine Kreuzung aus Prog, feinstem Rock und ein wenig exzellentem Pop, in diesem Fall eine dynamische Mischung. Das Album kann mit seinen neun Titeln als konsequenter Nachfolger des 2012 erschienenen Debütalbums und des aus dem Jahr 2014 “Second Nature” angesehen werden.

Gleich der erste Track ‘The Loss Insid’ bringt mit knackig, dynamischen Gitarren und satten Keyboardklängen eine Menge Leben ins Wohnzimmer. Dabei geht es rockig nach vorne, dem steht der nachfolgende Titel ‚’More’ um nichts nach. Beschaulich und fast balladenhaft, zumindest eingängig und melodiös, sowie Titel im Midtempo sind gleichfalls ein Metier, welches Flying Colors mit ihrer amerikanischen Perfektion bestens meistern. Sogar ein wenig Surfer Feeling á la The Beach Boys lässt sich bei ‘Love Letters’ vernehmen. Wem das an Abwechslung nicht genug ist, wird sicherlich bei ‘Cadence’ sogar noch ein bisschen Kansas heraushören können. Auch wenn sich die Vorlieben der Künstler nicht gänzlich verbergen lassen, so beschreitet Flying Colors dennoch ihren eigenen musikalischen Weg.

Obwohl alle Vollblutmusiker eine lange Vita, exzellente Fähigkeiten und eine endlose Liste ihrer langen, erfolgreichen Karriere vorweisen können, so sticht doch der Sänger, Gitarrist und Songwriter Casey McPherson mit seiner variantenreichen Stimme auf “Third Degree” heraus.
Wie sich das in der Zwischenzeit gehört, erscheint das Album in den unterschiedlichsten Formaten ob digital, als Light Blue Doppel LP, Black Doppel LP, CD Digipack, Deluxe CD Box Set mit Bonus Disc, für jeden ist etwas dabei. Da dem Rezensenten leider die zuletzt genannte Deluxe Variante nicht vorlag, müssen Aussagen zu den sechs Bonus Titeln entfallen, dennoch gilt egal in welcher Form man sich “Third Degree” zulegen möchte, eine Hörprobe ist diese Veröffentlichung allemal wert.

Wer eingängige, progressive Rockmusik mag, keine Antipathie gegen perfekt umgesetzte, ja vielleicht allzu perfekte Songs hat, sollte auch Spaß am neuesten Werk der US Band Flying Colors haben.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 10, HR 11)

Flying Colors sind:
Casey McPherson (Alpha Rev) – Gesang, Rhythmusgitarre
Neal Morse (Neal Morse Band, Ex-Spock’s Beard, Transatlantic) – Keyboards, Gesang
Steve Morse (Ex–Kansas, Deep Purple, Steve Morse Band) – Leadgitarre
Mike Portnoy (Ex–Dream Theater, Transatlantic, The Winery Dogs, The Neal Morse Band) – Schlagzeug, Percussion, Gesang
Dave LaRue (Dixie Dregs, Planet X, Steve Morse Band) – Bass

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Flying Colors – Third Degree

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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