Kingcrow – The Persistence

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(57:11, CD, The Laser’s Edge/Sensory/Al!ve,  2018)
Von Anfang an setzen Kingcrow auf “The Persistence” auf ihre offensichtliche Stärken: hymnischen, wuchtigen aber schnörkellosen Prog Metal, der sofort mitreißt und vor allem durch seine prägnante Melodik punktet. Das römische Sextett weiß aber genauso gut wohl dosierte Einflüsse aus den Bereichen Ambient, Djent, Metal oder Alternative Rock in ihren Sound einzubauen und lässt dabei zu keinem Zeitpunkt seine südeuropäische Heimat erkennen.

Doch gerade die ruhigen Momente und nachdenklichen Passagen sind sehr weit vom Metal entfernt, die Italiener nehmen sich bei Bedarf sehr weit zurück und lassen sogar schwebenden Pop-Appeal erkennen. Kingcrow sind keine Technokraten, bei ihnen geht es bei teilweise Songlängen jenseits der sieben Minuten immer um den Song und vor allem um die entsprechende Stimmung. Die instrumentalen Ausschmücken dienen niemals einem Selbstzwecks, sondern sphärische Tastenuntermalung und kernige Powerakkorden werden harmonisch in den Gesamtkontext eingewoben.

Dennoch: die knalligen Riffs passen punktgenau, die weit ausholenden Melodiebögen gehen sofort gut ins Ohr – das wirkt bisweilen schon fast zu perfekt, durchgeplant und kontrolliert, so dass man der Band bei böser Sichtweise einen kalkulierten Plan vorwerfen könnte. Andererseits kommt das Endresultat doch so überzeugend sympathisch aus den Boxen, dass man sich sehr angenehm unterhalten fühlt. So kann der Sechser, bestehend aus Diego Marchesi (Gesang), Diego Cafolla (Gitarre, Background Gesang), Ivan Nastasi (Gitarre, Background Gesang), Thundra Cafolla (Schlagzeug), Christian Della Polla (Keyboards) und Riccardo Nifosi (Bass), inhaltlich überzeugen und holt sich zudem bei einem Titel mit Pain Of Salvation-Frontmann Daniel Gildenlöw eine adäquate stimmliche Unterstützung hinzu.

Gut kontrollierte Aggressivität, gepaart mit satten Harmonien, genügend Abwechslung, verpackt in ein wuchtiges, zeitgemäßes Klangbild. Auch wenn Kingcrow bereits seit einiger Zeit aktiv sind, so haben die zehn Songs auf “The Persistence” jetzt genau jene Qualitäten überaus griffig vereint, um damit eine besonders breite Hörerschaft anzusprechen.

Das Album ist in unterschiedlichen Formaten erhältlich (als Doppel LP, CD, Digital) und unterstützend geht man mit Pain Of Salvation im September auf Tour.

Bewertung: 11/15 (GH 9, KR 12, KS 11) Punkten

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW35/2018

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Kingcrow (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Kingcrow – The Persistence

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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