Karcius – The Fold

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(45:42, CD, Eigenvertrieb/ Just for Kicks, 2018)
Wer sich in der Vergangenheit mit der kanadischen Musikszene auseinandergesetzt hat, dem werden illustre Namen wie Bachmann Turner Overdrive, Saga, Rush, FM, Gino Vanelli neben einigen anderen, aber auch Mystery und The Musical Box nicht ganz unbekannt geblieben sein. Bei den aus Montreal stammenden Karcius dürfte der Bekanntheitsgrad allerdings noch ein wenig hinterherhinken und das, obwohl die Band bereits ihr nunmehr fünftes Studioalbum namens „The Fold“ veröffentlicht hat.
Bereits die Vorgängeralben „Sphere“ (2004), „Kaleidoscope“ (2006), „Episodes“ (2008) und „The First Day“ (2012) heimsten die eine oder andere gute Kritik der Rezensenten ein. Vor allem der Mix aus Fusion, Hard Rock, Pop, African, Classical, Jazz, Retro Prog und Ambient steht letztendlich für den progressiven Unterschied. Waren die vorherigen Alben schon für einige mehr als ein Geheimtipp, so dürfte den Kanadiern vielleicht jetzt ein weiterer kleiner Schritt in die Popularität gelingen.
Anfangs noch instrumental unterwegs, bringt der Sänger und Bassist Sylvain Auclair eine ganz besondere Note in die musikalische Darbietung der Band. Thomas Brodeur (Drums, Loops Programming, Shakers, Hand Claps, Triangles) und Simon L’Espérance (Acoustic und Electric Guitars, Lap Steel, Additional Programming, Bass Synth, Synth Pads) sorgen als Gründungsmitglieder für die notwendige Konstanz. Zuletzt schloss sich der ehemalige Tastenmann von Hamadryad, Sebastien Cloutier (Guitar, Piano, Fender Rhodes, Hammond B3, Synthesizers) der Band an.

Auf die Ausrichtung und Umsetzung der Musik hatte das aber keinen negativen Einfluss. Im Gegenteil, Karcius ist weiterhin gleichzeitig von Power und Zerbrechlichkeit geprägt, mal laut mal leise. Sylvain Auclair mit seiner des öfteren sensibel zart wirkenden Stimme, im ständigen Wechsel mit der teils brachialen Härte der Gitarren, gelingt es, diese vordergründigen Gegensätze gekonnt zu vereinen. Dennoch sind es vor allem die ruhigen Passagen, die eine besondere Faszination und eine entsprechend angenehme Atmosphäre erzeugen.
„The Fold“ ist ein klassisches Konzeptalbum. Die sechs Titel beschäftigen sich mit der Frage: „Was wäre, wenn unsere Wahrnehmung der Realität als eine Form von Demenz interpretiert werden könnte?“ Dabei verschmelzen Texte und Kompositionen zu Bildern, Szenen und Klanglandschaften.

Bei der aufmerksamen Betrachtung des musikalischen Gesamtwerkes entsteht der Eindruck, dass die Musiker stets auf der Suche sind, verschiedene musikalische Ideen weiter zu entwickeln und Stile zu vermischen, um daraus immer neue Songstrukturen zu erzeugen.

Die Kombination aus verschiedenen Elementen des Hard- und Jazz Rocks, des Fusion sowie RetroProgs gelingt Karcius so auf fast spielerische Art und Weise. Gewollt oder verkrampft wirkt hier nichts. Karcius erledigen ihren Job genau so, wie man es von modernen Künstlern des Genres erwartet, immer für Überraschungen gut und ein Garant für rapide Stimmungswechsel. Da bleibt nur eins zu sagen: Weiter so!
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 9, HR 10)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Karcius – The Fold

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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