Hamadryad – The Black Hole

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(51:50, CD, HamydraydMusic, 2017)
Nach sieben Jahren Sendepause liegt mit “The Black Hole” endlich wieder ein Album von Hamadryad vor. Mittlerweile ist man auf Quartettgröße (Denis Jalbert / Gitarre, Gesang, Jean-François Desilets / Bass, Gesang, Sebastien Cloutier / Keyboads, Gesang, Nicolas Paul-Turcotte / Schlagzeug) geschrumpft, der ehemalige Sänger J-Phil Major hat immerhin bei ‘Crash’ noch einen Gastauftritt.

Ansonsten sind sich die Franco-Kanadier stilistisch treu geblieben und setzen auf eine moderne, druckvolle Progressvie Rock-Interpretation. Sowohl Retro-Elemente (vor allem bei den Keyboardsounds, u.a. mit Hammond Orgel), leichter Prog Metal-Einschlag bei gelegentlicher Verschärfung des Härtegrads, akustische Passagen, wie generell ein gelungener Mix aus Melodik, Atmosphäre und Komplexität, wissen auf voller Albumlänge zu überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Bands aus dem französischen Teil Kanadas setzen Hamadryad auf die englische Sprache und auch ansonsten sind hier keine offensichtlichen francophilen Einflüsse zu finden.

Insgesamt gewinnen auf “The Black Hole” vor allem sphärische Stimmungen und verspielte Sinfonik eine gewisse Oberhand (besonders gelungen in ‘The Worst Is Yet To Come’), auch wenn Hamadryad immer noch für genügend Druck und progressiven Groove sorgen. Dass man als Nebenprojekt unter dem Namen Time For Pink Floyd als Tributeband fungiert, scheint hier ebenfalls als unterschwelliger Einfluss in manchen Passagen zu greifen. Doch die Band agiert im Großen und Ganzen sehr eigenständig, ohne direkte Parallelitäten zu anderen Künstlern erkennen zu lassen; die rückwärtsgerichteten Ansätze sorgen allerdings für ein angenehmes, heimeliges 70s-Feeling. Als Brückenschlag zur eigenen Historie dient eine Neuaufnahme von ‘Amora Demonis’, welche sich ursprünglich auf dem 2000er Debüt “Conservation Of Mass” befand.

Ein vitales Lebenzeichen von Hamdryad, die hoffentlich mit diesem gelungenen Album etwas mehr auf sich aufmerksam machen können.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 10, KS 11)

Hamadryad (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Hamadryad – The Black Hole

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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