Fernando Perdomo – Out To Sea

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(48:14, CD, Forward Motion/Cherry Red, 2018)
Das diesjährige Progdreams-Festival wurde von einigen Kollegen besucht und später ausführlich gewürdigt. Schön, wenn man zwar nicht dabei sein konnte, aber alles in den höchsten Tönen gelobt wurde… In diesem Zusammenhang gab es auch einen Tipp eines sehr geschätzten Kollegen, der besonders einen gewissen Fernando Perdomo empfahl, der als Mitglied der Dave Kerzner Band offenbar rundum begeistert hat.

Nun liegt sein aktuelles Werk „Out To Sea“ vor, das wirklich auf Anhieb einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Perdomo ist ein Gitarrist, der durchaus in verschiedenen Genren unterwegs ist, sich hier aber eindeutig dem Progressive Rock zuwendet. Die neun Songs wurden fast komplett im Alleingang eingespielt (lediglich auf einem Track agiert Eddie Zyne am Schlagzeug), und so wird an dieser Stelle mal ausnahmsweise keine lange Liste von beteiligten Musikern aufgeführt, sondern – für den Gitarrenfan – wiedergegeben, was alles auf dem Album gespielt wird. Im Booklet ist jede Gitarre auch abgebildet, und zwar:
Guild S-100, Fender Mustang, Shabat Lion, Rickenbacker 4001, Squier P-Bass, Rogue Coral Sitar, Gibson Country Western, Regal Nashville Parlor, William Ziegler Classical, Ovation Balladeer, Sho-Bud Maverick Pedal Steel.

Wer aber jetzt ein reines Gitarren-Album erwartet, liegt falsch. Denn Perdomo gelingt es, dass „Out To Sea“ tatsächlich wie ein Bandprodukt klingt. Es werden auch reichlich Tasteninstrumente eingesetzt, Mellotronsounds inklusive.

Seit frühester Kindheit ein Musikbesessener, lernte er das Spielen von Gitarre, Bass, Tasteninstrumenten und Schlagzeug – was ihm hier natürlich zu Gute kommt. Er bedankt sich im Booklet ganz speziell bei Dave Kerzner, der es ihm ermöglichte, in der Prog-Szene Fuß zu fassen. Das aktuelle Werk ist eine Art Tribut an jene Gitarristen, die entscheidende Inspirationsquellen für ihn waren bzw. sind.

Und so sind Songs auf dem Album zu finden, die explizit gewissen Musikern gewidmet sind. Dabei fallen allerdings nicht so Namen wie Howe oder Hackett, sondern beispielsweise gleich im Opener ‘The Architect’ eine Widmung an den verstorbenen Peter Banks, der demnächst auf diesen Seiten auch mit zwei Alben gewürdigt wird.

Beim dritten Song ist der Titel schon richtungsweisend, denn er heißt ‘De Boerderij’ und ist entsprechend Focus gewidmet, was sich auch durchaus heraushören lässt. Noch deutlicher wird dies in ‚The Future According to Roye‘, bei dem auch ohne es vorher im Booklet gelesen zu haben ganz schnell klar wird, dass es hier um Nektar bzw. Roye Albrighton geht – ein sehr schöner Song und eine angemessene Widmung.

Bei ‚Sonja‘ handelt es sich um Curved Airs Sonja Kristina, und während all die bisher erwähnten Widmungen ausschließlich Eigenkompositionen waren, wird das Album mit einer schönen, beinahe meditativen Coverversion des King Crimson-Klassikers ‚Starless‘ abgeschlossen. Ein weiterer bekannter Name ist der des Covergestalters, denn hierbei handelt es sich um Paul Whitehead.

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Perdomo ist ein sehr feines, erfrischendes Symphonic Prog Album gelungen, das sich neben den genannten Größen auch mal in Richtung Genesis oder Flower Kings bewegt. Sein abwechslungsreiches Gitarrenspiel, passende Keyboardarbeit und eine spürbare Portion Vitalität sorgen für ein Album wie aus einem Guss, das dem Fan von Symphonic Prog bedenkenlos zu empfehlen ist, zumal man sich keine Gedanken über etwaige zweifelhafte Gesangsleistungen machen muss, denn es handelt sich um ein rein instrumentales Album. Macht Lust auf mehr und tendiert zu 12 Punkten!
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 11, JM 11, KR 11)

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Fernando Perdomo – Out To Sea

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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