Mouth – Vortex

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(56:50, CD, BluNoise/Al!ve, 2017)
Mouth ist ein Projekt des Kölners Chris Koller, der für Musik und Texte sämtlicher Songs verantwortlich ist, Gitarre und Keyboards spielt, und auch singt. Ein reines Soloalbum ist „Vortex“ aber nicht geworden, denn Koller wird von zwei weiteren Musikern unterstützt. Dies sind Nick Mavridis an Schlagzeug und Tasten sowie Gerald Kirsch am Bass.

Die zu Gehör gebrachte knapp einstündige Musik klingt wie ein Relikt aus den frühen 70ern, doch aufgenommen wurden die Songs zwischen 2012 und 2015. Erschienen ist das zweite Werk dieser Formation bei BluNoise – der Erstling „Rhizome“ stammt aus dem Jahr 2009.

Schon die ersten Minuten des 16-minütigen Openers und Titelsongs lassen an einen Rock-Klassiker denken, denn dies klingt eindeutig nach Uriah Heep zu „Look At Yourself“-Zeiten. Auch im weiteren Verlauf schimmern Uriah Heep gelegentlich durch, doch Koller löst sich bereits im Verlauf des Openers von dieser Vorlage und bewegt sich recht geschickt in verschiedenen Bereichen.

Typische Krautrock-Elemente bestimmen einige Kompositionen, Spacerock- und Psychedelic-Fans kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Gerade beim Einsatz der Schweineorgel sowie den feinen Mellotron-Arrangements sammeln Mouth Pluspunkte. Die eine oder andere Gesangspassage mag ein bisschen gewöhnungsbedürftig sein, doch angesichts der abwechslungsreich gestalteten Songs überwiegt ein positiver Eindruck – dem Rezensenten kam zwischendrin die Schweizer Band Krokodil in den Sinn.

Neben den Instrumentalausflügen finden sich Songs mit Wiedererkennungswert, so zum Beispiel das recht kurze, sehr eingängige ‚Mountain‘, das im Wesentlichen von akustischer Gitarre und Mellotron bestimmt wird und Ohrwurmqualität aufweist. Das abschließende 16-minütige ‚Epilogue‘ steht nochmal beispielhaft für die Musik von Mouth: Ausgedehnte Instrumentalpassagen charakterisieren diesen Titel, der allerdings durch zwei rund einminütige Pausen innerhalb des Songs etwas aufgebläht wird.

Für Fans der angesprochenen musikalischen Ausrichtungen dürfte „Vortex“ eine sinnvolle Sammlungserweiterung sein. Wer sich mit ihnen wohlfühlt, wird diesen Trip genießen und immer wieder gerne machen – kostet ja nicht viel.
Bewertung: 10/15 Punkten (JM 10, KR 10)

Mouth (Foto: Band)

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Mouth – Vortex

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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