Artificial Superstition – Artificial Superstition

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Artificial Superstition - Smoke - das 2012er Debüt
(60:58, CD, Timezone Records/Amazon, 2012)
Die Schwitz rockt: Es kracht gewaltig im Gebälk der Eidgenossenschaftsvertreter, die beim Tanzen zu dieser Mucke aus allen Poren schwitzen. Das Beste der goldenen Jahre des Classic Rock wird twenty years after mit Alternative Rock- und Psychedelic Rock-Einlagen gebrühwürfelt und heraus kommt im Jahr 2012 ein Konglomerat aus Led Zep, Dep Purp (Phase mit Coverdale&Hughes), San Tana und Pearl Jam, das viel Atmosphäre besitzt, weil die Band in Dynamik und Tempo ausgefuchste Songs am Start hat, die allerlei Experimente – Jazz, Tango, arabische Schlenker etc. – beinhalten. Eine Band, die Exkurse in unterschiedliche Stilistiken unternimmt, ohne sich dabei zu übernehmen, ist selten geworden im Rockbereich. Das ist wahrhaft progressiv ohne den oftmals antiseptischen Progressive Rock im engeren Sinne zu tangieren.

 

Die Kompositionen sind vielschichtig und enthalten massig Breaks sowie perfekt arrangierte mehrstimmige Gesänge. „Lecker Fressi – Proggi, sitz und hör auf zu sabbern. Du kriegst ja gleich die ganze Scheiblette.“ Die verwendeten Sounds sind größtenteils authentisch – hier gibt es keine falschen Siebziger – und die Mehrzahl der Stücke besitzt Ohrwurmqualitäten, ohne dabei flach oder vordergründig zu wirken. Die Gitarren riffen und solieren druckvoll und die Grooves sind teilweise funky und mit tribalesken Momenten unterfüttert; variable Percussion-Rhythmen verfeinern als Zugabe das gehaltvolle Süppchen – süperb. Das geht voll in die Beine und dürfte somit sowohl metal- als auch mädelskompatibel sein. Der Longtrack „On My Own“ (10:40) macht seine Aufwartung gar mit einem langen Instrumentalteil, der absolut hörenswert ist und allein schon den Kauf dieser runden Sache wert ist.

Diese Bande frecher Rocknasen besteht aus Lukas Kurmann, Claudio Berger, Michael Wosahlik, Serge Hauri und Simon Gautsch. Es handelt sich bei der vorliegenden Aufnahme um das Debütalbum von Artificial Superstition, dem im Jahr 2016 eine weitere CD mit dem Titel „Smoke“ folgte. Da auf beiden CD-Covern die Nennung eines Titels fehlt, unterschieden sich die beiden Veröffentlichungen der Band, die sich zwischenzeitlich auflöste, in visueller Hinsicht nur durch die Covermotive. Sehr schade, dass die Jungs das Handtuch warfen, denn die Musik von Artificial Superstition hebt sich sehr positiv vom Einheiz-Brei der Radiostationen ab; musikalische (Gleich[Unter](sc)haltung scheint ein Markenzeichen des gesteigerten SOLipsismus feigheitlicher Demokratien zu sein.

Wem diese zwingende Logik spanisch verkommt, dem sei engelish geentwertet: Out here on my own I‘m asking myself: „Where do I belong?“ A long due conclusion: The pressure of conformism prevents finding an answer to that question. We all need a healer for this misery so we are waiting for the morning sun to find out Ariadne‘s yarn among all the yarn that is falling upon us like leaves of paper.
Bewertung: 12/15 Punkten (FB 12, KR 13)

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Artificial Superstition – Artificial Superstition

von Frank Bender Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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