Steven Wilson – 4 ½

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Steven Wilson - 4 12(36:42, CD, Kscope/Edel, 2016)
Salami-Taktik nennt man die Vorgehensweise, größere Ziele mit kleinen Schritte zu erreichen. Ganz so verhält es sich bei Steven Wilson und seiner Veröffentlichungspolitik. Logisch muss man sich nicht jede Veröffentlichung des umtriebigen Briten zulegen, doch nachdem bereits im Oktober die limitierte Vinylauflage „Transcience“ als Kompilation der bisherigen Aktivitäten erschien, legt er mit „4 ½“ nochmals eine Art Zwischenalbum vor. In knapp 37 Minuten sind darauf Überbleibsel aus älteren Studiosessions geboten, die zwischen „Hand.Cannot.Erase“ und dem noch in Planung befindlichen fünften Studioalbum veröffentlicht werden. Die wieder mal fiese Sache dabei: Auch wenn es sich hier hauptsächlich um Material handelt, das inhaltlich nicht zu den letzten beiden Alben passte, so bekommt man hier natürlich nicht nur Füller ohne kreativen Gehalt. Bereits bei den seit einigen Jahren auf Eis gelegten Porcupine Tree waren B-Seiten bzw. Bonusmaterial keineswegs schlechter als die eigentlichen Albumsongs. Und genauso verhält es sich auch mit „4 ½“.

Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um ein vollständiges, in sich geschlossenes Werk, weswegen z.B. die beiden eher sphärischen, melancholischen Instrumentals ‚Year Of The Plague’ und ‚Sunday Rain Sets In’ zwar schön anzuhören sind, aber für sich alleine doch etwas verloren wirken, selbst wenn eine gewisse Magie und Schönheit zu erkennen sind. Die Gesangsnummer ‚Happiness III’ geht dafür als recht solide durch. Doch vor allem der über neunminütige Opener und das bereits teilsweise auf der letzten Tour gespielte ‚My Book Of Regrets’ offenbaren dann jene Qualität, die man auch von „Hand.Cannot.Erase“ kennt. Die zunächst straighte Rocknummer gewinnt besonders in den mal schwebenden, mal expressiven, leicht jazzigen Instrumentalteilen an inhaltlicher Power und entfaltet sich zu einer abwechslungsreichen Mini-Epos. Der echte Knaller folgt mit Titel 5, nämlich das heftig krachende, spacig losrockende ‚Vermillioncore’, das dynamisch und spielerisch vollständig überzeugt.

Neben den vier Titeln, die während der „Hand.Cannot.Erase“-Sessions entstanden sind und einem nicht verwendeten Track für den Vorgänger „The Raven That Refused To Sing“ ist hier zusätzlich noch eine überaus gelungene, emotional aufwühlende Neuaufnahme des Porcupine-Tree-Stückes ‚Don’t Hate Me’ vom 1999er-Album „Stupid Dream“ enthalten, die inhaltlich leicht modifiziert und zudem als Duett von Steven Wilson mit der bereits auf „Hand.Cannot.Erase“ vertretenen israelischen Sängerin Ninet Tayeb interpretiert wird. Erhältlich ist „4 ½“ wieder in allen erdenklichen Formaten, sprich: als CD, Vinyl, Blu-ray (mit dem Bonustrack ‚Lazarus’) und Download.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 12, KS 11)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Steven Wilson – 4 ½

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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