#VinylCorner Nr. 4: November 2015

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Der Weihnachtsmann hat sich kürzlich darüber beschwert, dass sein Auslieferungslager in Wolkenkuckucksheim vor lauter flachen quadratischen Paketen schon auseinanderquillt. Neugierig, was da wohl drin sei, habe er einige Stichproben geöffnet und seinen Augen nicht getraut. O-Ton Ruprecht: „Schallplatten, lauter schwere Scheiben in allen möglichen Farben! Und schwer, viel schwerer als früher. Und ich soll die jetzt alle verteilen. Diese CDs waren doch praktisch und klein. Was soll denn das jetzt? Um meinen Rücken kümmert sich wohl niemand?“ Tja, des einen Freud …

Womit wir mal wieder beim Thema wären. Vinyl unter dem Tannenbaum hat Konjunktur. Und dann auch noch der Black Friday: Der kleine Bruder vom Record Store Day hat wieder so manches Schmankerl auf seiner Liste. Für betreute Progger, zumindest die mit Blick über den (Platten-)Tellerrand, ist da sicher das eine oder andere Objekt der Begierde dabei. Jeff Buckley, Nine Inch Nails, The Flaming Lips oder Queen sind die Namen, die auf der offiziellen Liste auffallen. Ja, und ein Re-Release der Single ‚In The AirTonight‘ inklusive Comic Book von Phil Collins. Mmmmh?! International tauchen mit u. a. Frank Zappa oder David Gray noch weitere interessante Namen auf den Listen auf.

Daneben rollen selbstverständlich etliche reguläre Veröffentlichungen auf uns zu. Die weiterhin anhaltende Flut von Vinyl-Reissues fördert dieser Tage neben zahllosen Klassikern und der einen oder anderen Überraschung auch etliche kuriose und nur schwer nachvollziehbare Wiederveröffentlichungen zu Tage. Ob die Neuauflage von „Dead Ringer“ eines schwächelnden Meat Loafs mit Steinman-Songs von der Restethe_mute_gods_do_nothing_until_you_hear_from_me_488_719rampe das verwendete Material wert ist, darf bezweifelt werden. Auch diverse Alben von Uriah Heep aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern waren schon im Original keine Verkaufsschlager. Aber was soll’s?

Natürlich darf man sich auch auf einige hochinteressante Wieder- und Erstveröffentlichungen freuen, die zum Teil aber erst dann in den Regalen stehen, wenn der Weihnachtsbaum längst artgerecht entsorgt sein sollte. Da wäre zum Beispiel das Debüt der Mute Gods um Nick Beggs, Marco Minnemann und  Roger King (allesamt aus dem Hackett- und Wilson-Umfeld), das InsideOut für den 22. Januar 2016 ankündigt. Ein vielversprechendes Video zu ‚Do Nothing Till You Hear From Me‘ ist bereits veröffentlicht.

Am gleichen Tag erscheint auch „Jetplane And Oxbow“, der neue Longplayer der Texaner Shearwater um den Vogelkundler und bekennenden Talk-Talk-Fan Jonathan Meiburg. Die Erstauflage des Albums erscheint auf transparentem blauen Vinyl.

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Bis April muss man sich gedulden, wenn man dieses Schätzchen pre-ordert. Das Meisterwerk von Dredg, „Catch Without Arms“, erscheint erstmals auf giftgrünem Vinyl, allerdings sind für deutsche Kunden die Versandkosten fast so hoch wie der Preis des Albums selbst.

Noch in diesem Jahr und zwar am 4. Dezember erscheint das Album „Madeleine Effect“ von Cryptex um Sänger/Keyboarder Simon Moskon aus dem idyllischen Salzgitter in limitierter Auflage (500 Stk.) auf 2x Vinyl. Das Album kann schon jetzt auf der Homepage der Band vorbestellt werden.

news-2015-11-05Für Fans von Spock’s Beard ist am 8. Januar 2016 Weihnachten. Dann nämlich erscheinen die Werke „Snow“ und „The Kindness Of Strangers“ erstmals auf schwarzen Gold. „Beware Of Darkness“ und „Day For Night“ folgen am 29. Januar. Das bereits erschienene Debüt „The Light“ wird im Rahmen einer Vinyl-Sonderaktion zur Zeit bei InsideOut und JustForkicks zum Kampfpreis angeboten. Vinyl-Aktionen laufen derzeit auch bei den bekannten Großversendern. Ein Besuch im Local Record Store, dort wo es noch welche gibt, macht natürlich mehr Spaß!

Soweit die aktuellen Fundstücke aus der Vinyl-Ecke. Und immer an den Weihnachtsmann denken. Am besten legt Ihr euch die Scheiben selber unter den Tannenbaum. In diesem Sinn: let it spin!

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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#VinylCorner Nr. 4: November 2015

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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