
Progressive Rock • Rock • Jazz Rock
(43:26; CD, Digital; Eigenveröffentlichung/3VƐ Records; 27.04.2026)
Nachdem die schweizer Kultband Flame Dream – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen chinesischen Punkband – ihr im Jahr 2024 erschienenes und hochgelobtes Album "Silent Transition" veröffentlicht hatte, erfuhr auch ihr Backkatalog eine Wiederbelebung. Logische Konsequenz: Auch ihr Erstlingswerk "Calatea" gehört ganz aktuell dazu. Ursprünglich 1979 als LP erschienen, erhielt das Album nun endlich als CD eine entsprechende Auffrischung. Das Digipack wurde zusätzlich mit einem 20-seitigen Booklet aufgewertet. Nicht nur der Altfans der Schweizer dürften sich an der Neuauflage erfreuen, waren die alten LPs der Eidgenossen doch nur noch schwer erhältlich – wenn überhaupt, dann meist nur beim Second-Hand-Händler.
Flame Dream orientierten sich in den späten Siebzigern unter anderem an Bands wie Genesis, Supertramp und Brand X. Ihr Debütalbum ist spürbar von Jazz und Rock beeinflusst. Diesen Mix kann man nach heutiger Lesart durchaus dem Progressive Rock zuordnen. Beim Debüt bestand die Band noch aus fünf aktiven Mitgliedern, die dan auch "Calatea" einspielten. Das besondere an diesem Album war, dass der Gitarrist zu jener Zeit gleichzeitig auch als Leadsänger fungierte, was beim zweiten Album "Elements" dann nicht mehr der Fall war. Die damalige Herangehensweise eröffnete den Schweizern etliche Möglichkeiten, ihren Mix aus symphonischen Klanglandschaften sowie komplexeren, jazzig-vertrackten Passagen ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Mal ruhig, dann wieder überraschend furios bis virtuos, dazu leicht schräge Melodiebögen, die dem Album ein eigenes Gesicht verleihen. Zusätzlich ergänzen und runden dezent eingestreute Holzbläsereinsätze das Erstlingswerk wohltuend ab.
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Mit "Calatea" ist den Eidgenossen ein insgesamt beeindruckendes Debüt gelungen, auch wenn hier und da noch ein paar Ecken und Kanten hörbar sind. Der ganz große Erfolg blieb damals allerdings aus. In diesem Zusammenhang sollte man keinesfalls vergessen, unter welchen Bedingungen die Vertreter anspruchsvoller Rockmusik Ende der 70er-Jahre arbeiten mussten und dabei sicherlich auch keinen leichten Stand gegen den aufkommenden New-Wave-Pop-Trend hatten. Umso bemerkenswerter ist, dass sich Bands wie Flame Dream davon nicht beirren ließen und die Schweizer neben "Calatea" weitere interessante Alben veröffentlichten und das jenseits des kommerziellen Mainstreams.
Wer Flame Dream bislang übersehen hat, bekommt nun die Gelegenheit, den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern und die private Sammlung gleich um einige progressive Rockperlen zu erweitern – wohlgemerkt: Es lohnt sich.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- 'Gate To Calatea' (6:04)
- 'Survey From The Summit' (5:34)
- 'Volcano' (11:28)
- 'Pyramids' (5:15)
- 'Apocalypse Of Sounds' (6:42)
- 'Gate Out Of Calatea' (8:43)
Besetzung:
• Pit Furrer – Drums, Percussion
• Urs Hochuli – Bass, Backing Voice
• Roland Ruckstuhl – Grand Piano, Organ, Harpsichord, Keyboards
• Peter Wolf – Flute, Saxophones, Backing Voice
• Urs Waldispühl – Voice, Acoustic and Electric Guitars
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Abbildungen: Flame Dream/Urs Käch

