Progressive Folk • Atmospheric Psych Pop
(30:49; Vinyl, Digital; Tiger Records; 04.09.2026)
Die Norweger um Filip Zenon Ramberg und Sängerin Michelle Uller sind nach dem entspannten "Arve" aus 2024 mit "Syn" zurück und auch hier weiß man mit ganz viel meditativem Flow eine behutsame und entspannte Stimmung zu erzeugen.
Michelle hat eine sanfte, fast ätherische Stimme, die mich sogar an manch lieblich-romantische Dream-Pop-/Wave-Veröffentlichung aus den guten alten 80/90s erinnert.
Die Spielzeit ist leider auch diesmal eher übersichtlich, hat mehr EP-Länge, was ich ehrlich gesagt bei dieser feinen Melange aus folkigem Prog, Indie, Jazz und sanftem Psych ein wenig schade finde.
Zwei längere Songs, die Art und Weise, spielerisch in atmosphärischen Bildern verträumt vor sich hin zu mäandern, macht Lust, sich länger damit zu beschäftigen, sich darin zu verlieren. Aber gut, dann läuft die Rille eben dreimal am Stück. Trippy, groovy, sanftmütig und in ihrer eigenen kleinen kreativen Welt klingt alles so vertraut skandinavisch anders … ich liebe das.
Die unaufgeregt-entrückte Art des Spiels, der weiche, stets verspielt-träumerische skandinavische Prog/Folk driftet nahezu durchgehend weltvergessen vor sich hin, die seltenen Fuzz-Gitarren bleiben ebenfalls leise und zurückhaltend, erzeugen aber kleine, vorsichtige Kanten ('Så et Bilde'). Im meist langsamen, schwebend-rockigen Gesamtsound fängt man wie von alleine zu Tagträumen an und fühlt sich irgendwie gut mit der Musik. Alles ist auf sympathische Weise Lo-fi, eingängig, ohne den Hörer mit zu viel Dynamik umzurennen.
Keine hymnisch-großen Refrains, aber doch nie zu unauffällig spazieren und fließen melancholische Songs wie 'Skyggen' dank der lieblichen Vocals der Sängerin und den stets eigenwillig akzentuierten Akkorden schwerelos durch den Raum. Ich mag auch diese neue Platte der Norweger, finde, sie passt gut zwischen Bands wie Pale Forest, Tirill, den ruhigen White Willow und auch Motorpsycho und am Ende auch wieder nicht wirklich.
Für die Freunde des skandinavisch-progressiven Sounds ist all das definitiv eine Hör-Empfehlung. Kreativ, verspielt, herbstlich, träumerisch und eingängig präsentieren sich die sechs neuen Songs mit lichten und leichtfüßigen Arrangements. Viele akustische Passagen, hier und da vorsichtige Fuzz-/Psych-Elemente werden vorsichtig platziert und machen aus "Syn" ein stimmiges, zurückhaltendes Gesamtwerk.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Filip Zenon Ramberg: Guitars, drums, pianos and synthesizers
• Michelle Uller: Vocals
• Martin van Houtum: Bass
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Zenon zur Verfügung gestellt.


