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    Du bist hier:Home»Reviews»Amorphis – Halo

    Amorphis – Halo

    0
    By flohfish on 15. Februar 2022 Reviews

    (Atomic Fire Records, 11.02.22)(55:42; Vinyl (2LP), CD, MC, Digital; Atomic Fire Records, 2022)
    Melodic Death Metal, Finnish Folk Metal und Progressive Metal. Es sind diese drei Eckpfeiler, zwischen denen sich Amorphis seit ihren Anfangstagen in den frühen 90er Jahren musikalisch bewegen. Echte Umbrüche gab es in diesen gut dreißig Jahren nie wirklich. Denn wie die Band die Sache auch anging, die Finnen blieben sich immer treu und waren stets eindeutig als Amorphis auszumachen. Ob nun Death-lastig, wie in den Anfangsjahren oder eher progressiv, wie um die Jahrtausendwende. Zwar gab es immer wieder Entwicklungen, die nicht alle Fans mitgehen konnten, wie etwas der zwischenzeitliche Komplettverzicht auf Growls, doch wirklich enttäuscht hat die Formation aus Helsinki in all den Jahren nie. Denn seit dem '92er Debüt-Album "The Karelian Isthmus" halten Amorphis ein überdurchschnittliches Qualitäts-Niveau, das sie bis heute nie unterschritten haben. Seit einigen Jahren scheinen sich Amorphis dabei auf einem Sound eingependelt zu haben, der alle bandhistorischen Merkmale bedient: es growlt, es folkt, es proggt und obendrauf gibt es immer wieder wunderbare Melodien.

    Auch "Halo" - das mittlerweile 14. Studio-Album der Finnen - bildet da keine Ausnahme. Denn Amorphis verändern den Stil der vorran gegangenen Alben nur minimal. So gibt es musikalisch weder große Überraschungen noch herbe Enttäuschungen. Was auch konsequent ist, da es sich bei "Halo" um den abschließenden Teil einer Trilogie um das finische National-Epos "Kalevala" handelt, die 2015 mit "Under The Red Cloud" begonnen und 2018 mit "Queen Of Time" weitergeführt worden war. Lediglich in Sachen Bombast treten Amorphis mit "Halo" eine Spur kürzer als auf den letzten Werken. Obwohl wie z. B. beim Opener 'Northwards' immer wieder auch Chor-Passagen vorhanden sind, und obschon der Charakter der Refrains, wie bei 'On The Dark Waters', weiterhin hymnenhaften bleibt.

    Eingängig wie eh und je bohrt sich Tomi Joutsens Klargesang dabei in die Hirnwindungen des Metal-Fans, während seine Growls den gleichen Weg mit dem Vorschlaghammer zu erreichen versuchen. Nichtsdestotrotz wirkt "Halo" als Gesamtwerk sehr homogen. Herausstechende Ecken und scharfe Kanten sucht man vergebens. Zwar haben Stücke wie das melancholische 'The Moon' und speziell 'War' mit seinem Killer-Chorus das Format, zu Fan-Lieblingen und Live-Klassikern aufzusteigen. Doch einen Über-Hit des Formats von 'Black Winter Day' oder 'My Kantele' ist auf "Halo" nicht zu finden. Doch ist das verzeihlich, bei dem Niveau, das Amorphis über die Spielzeit von kanpp einer Stunde aufrechterhalten.

    Einfältig sind Amorphis deswegen aber noch lange nicht geworden, wie das abschließende 'My Name Is Night' verdeutlicht. Denn die Finnen konnten für dieses Stück Petronella Nettermalm verpflichten, ihres Zeichens Sängerin der schwedischen Prog-Band Paatos. Es ist die einzige Ballade auf diesem Album und gleichzeitig das einzige Lied, das durch seine Andersartigkeit auffällt. Es ist ein Kontrast, der der Band gut steht, obwohl es den einzelnen Stücken beileibe nicht an Abwechslungsreichtum mangelt.
    Und so ist "Halo" ein Album, das sich wunderbar in eine großartige Diskografie einreicht. Ohne herauszustehen und ohne zu enttäuschen.
    Bewertung: 11/15 Punkte (MBü 10, FF 11, MK 11, KR 12)

    Tracklist:
    1. 'Northwards'
    2. 'On The Dark Waters'
    3. 'The Moon'
    4. 'Windmane'
    5. 'A New Land'
    6. 'When The Gods Came'
    7. 'Seven Roads Come Together'
    8. 'War'
    9. 'Halo'
    10. 'The Wolf'
    11. 'My Name Is Night'

    (Atomic Fire Records, 11.02.22)
    Besetzung:
    Tomi Joutsen (Vocals)
    Esa Holopainen (Guitars)
    Tomi Koivusaari (Guitars)
    Santeri Kallio (Keyboards)
    Olli-Pekka Laine (Bass)
    Jan Rechberger (Drums)

    Gastmusiker:
    Petronella Nettermalm (Vocals - Track 11)

    Diskografie (Studioalben):
    "The Karelian Isthmus" (1992)
    "Tales From The Thousand Lakes" (1994)
    "Elegy" (1996)
    "Tuonela" (1999)
    "Am Universum" (2001)
    "Far From The Sun" (2003)
    "Eclipse" (2006)
    "Silent Waters" (2007)
    "Skyforger" (2009)
    "The Beginning Of Times" (2011)
    "Circle" (2013)
    "Under The Red Cloud" (2015)
    "Queen Of Time" (2018)
    "Halo" (2022)

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    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Atomic Fire Records zur Verfügung gestellt.

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    Amorphis Atomic Fire Records Esa Holopainen Finnland Folk Metal Jan Rechberger Melodic Death Metal Metal Olli-Pekka Laine Petronella Nettermalm Progressive Metal Santeri Kallio Tomi Joutsen Tomi Koivusaari
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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