Altesia – Embryo

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Altesia – Embryo (Eigenveröffentlichung, 16.10.21)

Credit: Ani Artworks

(57:26, CD/Digital, Eigenveröffentlichung, 2021)
Altesia sind zurück. Nur zwei Jahre nach ihrem überzeugenden Debütalbum “Paragon Circus” hat das Quintett aus Bordeaux mit “Embryo” ein weiteres Ausrufezeichen in Sachen Progressive Metal gesetzt. Denn wie schon auf dem Vorgänger vermögen es die Franzosen, ihre musikalischen Einflüsse zu einer interessanten Einheit zusammenfließen zu lassen, ohne dabei epigonenhaft zu erscheinen. Zwar wird man noch immer an allen Ecken und Enden an die großen Namen des Progressive Metal und Progressive Rock erinnert, doch haben Altesia dabei einen solch charakteristischen Sound gefunden, dass schon nach wenigen Takten des Openers ‘Micromegas’ klar wird, um welche Band es sich hier handelt. Musikalisch setzte man also genau dort an, wo “Paragon Circus” die Fans vor zwei Jahren zurückgelassen hat. Denn technische Finesse, stilistische Diversität, emotionaler Tiefgang, und Melodien zum Niederknien sind noch immer die Markenzeichen Altesias, wie man unschwer am djentigen Progressive Pop eines Tracks wie ‘A Liar’s Oath’ feststellen kann.

Auch Gastauftritte von Thibault Malon an der Violine und Julien Deforges am Saxophon sind auf “Embryo” wieder genauso zu verzeichnen, wie schon auf dem Vorgänger. Und doch unterscheidet sich der Zweitling Altesias deutlich von “Paragon Circus”. Das liegt allem voran an den stets abwechslugsreichen und immer wieder spannenden Interludes, in denen Altesia Ausflüge in Genres wie Jazz, Funk oder Musette unternehmen. Und auch die verarbeiteten Einflüsse progressiver Bands sind auf diesem Album noch vielfältiger geworden sind, wobei die Australier von Caligula’s Horse hier an erster und die Bostoner Formation Wilderun an zweiter Stelle zu nennen sind.

Trotzdem gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt an “Embryo: Die den Gesamtsound aufwertenden und identitätsstiftenden Beiträge von Saxophon und Violine gehören weiterhin nicht zum integralen Sound der Band. Leider, muss man sagen, da sich Altesia gerade in diesen Momenten von ihren Vorbildern absetzen können. Doch was soll das Jammern über nicht Vorandenes, wenn es so viel auf dieser wundervollen Platte zu entdecken gibt. Dies gilt speziell für das abschließende ‘Exit Initia’, mit seinen mehr als 21 Minuten Spielzeit das Magnus Opus des Albums. Es ist ein Longtrack, wie ihn sich ein jeder Fan progressiver Musik nur wünschen mag. Denn obgleich seiner Aufteilung in vier Sequenzen, wirkt das Stück nicht zerhackwurstelt, sondern ergibt aufgrund seiner wiederkehrenden Themen eine nachvollziehbare Reise durch zahlreiche Stile und Stimmungen. Was will man mehr.
Bewertung: 12/15 Punkte

Altesia – Embryo (Eigenveröffentlichung, 16.10.21)
Tracklist:
1. ‘Micromegas’ (4:41)
2. ‘Mouth Of The Sky’ (5:57)
3. ‘The Remedial Sentence’ (6:46)
4. ‘Autumn Colossus’ (3:52)
5. ‘Sleep Paralysis’ (9:23)
6. ‘A Liar’s Oath’ (5:16)
7. ‘Exit Initia’ (21:31)
• I. ‘Exciit Omen’
• II. ‘Guidance’
• III. ‘Horus’ Crown’
• IV. ‘Apogee Of A King’

Besetzung:
Hugo Bernart (Bass)
Henri Bordillon (Keyboards)
Alexis “Idler” Casanova (Lead and rhythm guitar, backing vocals)
Clément Darrieu (Vocals, rhythm and acoustic guitar)
Yann Ménage (Drums, backing vocals, growls)

Gastmusiker:
Thibault Malon (Violin – Track 1)
Julien Deforges (Saxophone – Track 7 • II)

Diskografie (Studioalben):
“Embryo” (2021)
“Paragon Circus” (2019)

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Rezension: “Paragon Circus” (2019)

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Altesia zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

3 Kommentare

  1. Daniel Stehli am

    Wenn FlohFish von einer wundervollen Platte schreibt, musste ich sie mir blind kaufen…(die alte natürlich auch gleich)
    Gemacht, angehört und für gut befunden.

    Danke für den Tipp 😉

Antworten

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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