Deadburger Factory – La Chiamata

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Deadburger Factory – La Chiamata (Snowdonia/AudioGlobal, 20.11.20)(47:09, CD, digital, Snowdonia, 2020)
Bei diesem Album tauchen viele Fragezeichen auf. Zunächst einmal bezogen auf die Band. Wer steckt denn nun dahinter, wer ist Gastmusiker, wer gehört zum Kern? Die Art der Auflistung im Booklet suggeriert, dass es sich hier um ein Konglomerat aus den Bands Deadburger und La Factory handelt. Und das liest sich wie folgt:

DEADBURGER:
Vittorio Nistri – tastiere / elettronica
Simone Tilli – voce
Alessandro Casini – chitarra
Carlo Sciannameo – basso

LA FACTORY:
Zeno de Rossi – batteria
Cristiano Calcagnile – batteria
Bruno Dorella – batteria
Marco Zaninello – batteria
Simone Vassallo – batteria
Alfio Antico – tamburo / voce
Silvio Bolognesi – contrabasso
Enrico Gabrielli – fiati
Edoardo Marraffa – fiatti

Die Covergestaltung ist beeindruckend, neben dem schmalen Digipak ist ein fettes Beilagenheft hinzugefügt, beides in einem Schuber enthalten. Das nächste – recht große – Fragezeichen taucht beim ersten Hördurchgang auf. Was ist denn das für eine seltsame Musik? Sicherlich nichts, das auf den ersten Blick ins Beuteschema des Schreiberlings passt. Also muss man sich da mal durchkämpfen.

Auf fast jedem Stück sind zwei Schlagzeuger zu hören, inklusive der Angabe, ob sie einem aus der rechten oder linken Box entgegenkommen. Überhaupt ist der perkussive Anteil auf diesem Werk bemerkenswert hoch. Speziell bei ‚Tryptich‘ wird dies auf die Spitze getrieben. Diese Nummer stammt als einzige übrigens nicht von den Italienern, sondern basiert auf einem Titel eines gewissen Max Roach aus dem Jahre 1960. Und auch das nachfolgende sieben-minütige ‚Tamburo Sei Pazzo‘ ist ein sehr lebhafter, ebenfalls sehr stark auf einfallsreiche Perkussion setzender Song, der in vier Sektionen unterteilt ist, die für viel Abwechslung sorgen.

Die meisten Songs stammen aus der Feder des Keyboarders Vittorio Nistri, doch das sollte nicht dazu verleiten, ein tastenlastiges Album zu erwarten, denn mit dieser Vermutung läge man völlig falsch. Es steckt sehr viel Wucht und eine ordentliche Portion Aggressivität in diesem Album, außerdem sind immer wieder kleine Gimmicks untergebracht. Das gilt gleich für den Opener ‚Onoda Hiroo‘, wo man sich kurz auf die Enterprise gebeamt fühlt. Rockige Klänge mit recht aggressivem Gesang in Muttersprache sind zu hören. Sie vermischen Alternative Rock, Psychedelic und avantgardistische Klänge in einer sehr eigenen Art und Weise. Gerade die Blasinstrumente sorgen auch mal für Ausflüge ins Jazzige, auf dem Titelsong kommt in dieser Hinsicht dann auch mal King Crimson in den Sinn. Das wirkt zunächst recht anstrengend, doch mit der Zeit ist die Spielfreude zu erkennen, und das wirkt stellenweise ansteckend. Interessantes Album.
Bewertung: 9/15 Punkten (JM 9, KR 10)

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Abbildungen: Deadburger Factory

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Deadburger Factory – La Chiamata

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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