David Minasian – The Sound Of Dreams

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David Minasian - The Sound Of Dreams (Golden Robot/JFK, 30.10.20)(01:15:00, CD, Golden Robot Records, 2020)
Der Prog-Rock ist eine große Familie. So scheint es zumindest. Denn in den vergangenen Jahren hat es sich mehr und mehr zum Trend entwickelt, ein neues Album mit einer möglichst großen Gästeliste zu schmücken. Das tut auch David Minasian, der hauptsächlich im Filmgeschäft tätig ist. An seinem neuesten Werk “The Sound Of Dreams” wirken neben den prominenten GastsängerInnen Annie Haslam und Justin Hayward, solch bekannte Namen wie Steve Hackett, Billy Sherwood, PJ Olson mit. Ein solches Line-up macht durchaus neugierig.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass eine solche Gästeschar nicht automatisch ein gutes Album garantiert. Herr Sherwood sei hier beispielhaft als durchaus zweifelhafter Name-Droping-Gaukler genannt.

Leider hält auch “The Sound Of Dreams” längst nicht den Erwartungen stand, die die prominenten Mitstreiter erwarten lassen. Der im melodiösen Bereich zwischen The Moody Blues und Alan Parsons Project angesiedelte sogenannte Prolog ‘Winds Of Heaven’ mit Justin Hayward am Mikrophon klingt noch recht angenehm. Doch bereits beim dreiteiligen Titelstück mit Annie Haslam und Steve Hackett als Gästen verspürt man erste Anzeichen von Überdruss an Piano, Keyboard-Layern und an den uninspirierten, programmierten Drums. Annie Haslams Gesang wirkt angestrengt und Hacketts Betrag wurde wohl zwischen Fünf-Uhr-Tee und Abendbrot eingespielt.

 
 
 
Lediglich im Mittelteil des 13-minütigen ‘Twin Flames At Midnight’ wird die gediegene Atmosphäre mit sperrigen Rhythmen und verzerrten Gitarren unterbrochen. Vielleicht hätte David Minasian da und dort die Schere ansetzen sollen, um aus den überbordenden 75 Minuten eine gute Dreiviertel-Stunde zu machen. Oder brauchte er so viel Zeit für die Gäste-Liste.

Dem Rezensenten, der durchaus eine Vorliebe für die melodiösen Spielarten im Prog hat, war im Anschluss an “The Sound Of Dreams” fast nach einer Runde Dream Theater zumute.
Bewertung 8/15 Punkten

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Über den Autor

Dietros Diaitológos

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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von Dietros Diaitológos Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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