David Cross & Peter Banks – Crossover

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(49:36, CD, Cherry Red Records / Noisy Records, 2020)
Als weiteres posthumes Album aus dem Nachlass des bereits 2013 verstorbenen, ehemaligen Yes-Gitarristen Peter Banks liegt mittlerweile seine bereits 2010 (!) an einem Nachmittag aufgenommene Kooperation mit dem ex-King-Crimson-Geiger David Cross vor.

Werbetechnisch wird natürlich hier richtig aus dem Vollen geschöpft und gleich mal mit “Mitglieder von Yes und King Crimson auf einem Album” geworben. Hinzu kommt nämlich, dass neben David Cross und Peter Banks ebenfalls noch diverse aktuelle und ehemalige Mitglieder von Yes und King Crimson teilweise nur auf jeweils einem Titel an der Realisierung dieses Albums in den Jahren 2018 bis 2019 beteiligt waren, wie z.B. Pat Mastelotto, Tony Kaye, Billy Sherwood, Oliver Wakeman, Geoff Downes, Jeremy Stacey und Jay Schellen.

Doch wer die Aktivitäten von David Cross und Peter Banks der letzten Jahrzehnte kennt, dem ist durchaus klar, dass man hier keinen homogenen Mix aus der Musik von Yes und King Crimson im Siebziger Jahre Stil erwarten sollte. Vielmehr lassen sich beiden Künstler von ihren Ideen und der gemeinsamen Energie treiben. Ursprünglich lagen die Aufnahmen der Violinen- und Gitarrenparts für mehrere Jahre in den Archiven, bevor sich David Cross und Produzent/Multi-Instrumentalist Tony Lowe wieder der Aufnahmen annahmen. Zusammen mit den eingangs erwähnten Gastmusikern wurde das Album schließlich vollendet.

Die größtenteils improvisierten Interpretationen wurden zwar in ein gewisses musikalischen Korsett gesteckt, wobei die acht rein instrumentalen Tracks immer noch Spontanität und Offenheit erkennen lassen. So fließen die elektrisch verstärkten Violinenparts und flirrenden Gitarrenakkorde eher sphärisch ineinander, den Ideen wird genügend Raum zum Atmen und zur Entfaltung gegeben, weswegen sich einige Tracks im Bereich von sieben bis neun Minuten bewegen. Mitunter entwickeln sich die schwebenden Sounds zu einer Melodie, wird aus anfänglichem Krach oder Suche ein lockeres Zusammenspiel.

Die stilistischen Elemente sind irgendwo zwischen Art Rock, Progressive Rock, Ambient und leichtfüßigen Jazz-Rock-Strukturen angesiedelt und trotz der inhaltlichen Freiheit bleibt viele doch eher in traditionellen Songformat verwurzelt. Zudem bleiben auch die relativ bekannten Namen eher unscheinbare Begleitmusiker, als dass sie durch prägnante Einfälle in Erscheinung treten. Damit ist der Albumname fast schon programmatisch gewählt, gerät diese Kollaboration zu einer durchaus interessanten und vielschichtigen Angelegenheit an der Kreuzung unterschiedlicher Einflüsse.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 11, KS 10)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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David Cross & Peter Banks – Crossover

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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