Aldo Tagliapietra – Invisibili Realtà

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(38:55, CD, Ma.Ra.Cash Records, 2017)
39 Minuten. 9 Songs. Nach seiner Trennung von Le Orme macht deren ehemaliger Sänger / Bassist Aldo Tagliapietra seit einigen Jahren musikalisch damit weiter, was er am besten kann: lyrischer, sinfonischer Progressive Rock in einem hochmelodischen Umfeld. Ohne zu viel Schnörkel und bombastischen Ballast wird alles kompakt auf den Punkt gebracht, aber dennoch mit einer einschmeichelnden, mediterranen Note versehen.

So weist auch das Material auf “Invisibli Realtà” jene Nuancen auf, die man von dem Norditaliener seit vielen Jahrzehnten kennt. Mal verträumt, mal etwas energischer, aber immer auf satten Harmonien fussend und mit einer gewissen südeuropäischen Leichtigkeit versehen, fühlt man sich klanglich und von den Stimmungen her sofort zu Hause.

Zusammen mit einer vierköpfigen Begleitband wird sowohl bei den Tasten auf analoges Arsenal vertraut (u.a. Hammond, Minimoog), wie auch der sanfte, liedhafte Progressive Rock ganz in der Tradition der 70er gehalten ist. Doch neben der mitunter etwas zu schlagerhaft wirkenden Sanftmütigkeit (‘La Porta’), sowie folkigen Passagen (‘Il Sole Del Mattino’), dürfen als Konstrast wohl dosierte emotionale Ausbrüche (‘Siamo Del Cielo’) ebenso nicht fehlen. Dennoch ist vieles sparsam, zurückhaltend, niemals zu überladen arrangiert. Da hier fast ausschließlich auf die Schönheit der sanften Klänge gesetzt wird, vermisst man zwar den gelegentlichen Biss, dafür sorgt etwas indisches bzw. arabisches Flair (‘Radici’) für eine exotische Note.

Unaufgeregt elegant und zeitlos schön. Zwar ohne die ganz großen emotionalen Highlights, aber trotzdem angenehm anzuhören.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 9, KS 10)

Aldo Tagliapietra (Foto: Renzo de Grandi)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Aldo Tagliapietra – Invisibili Realtà

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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