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    Betreutes Proggen
    Du bist hier:Home»Reviews»Kino - Radio Voltaire

    Kino - Radio Voltaire

    0
    By Kristian Selm on 23. März 2018 Reviews

    (56:10, CD, InsideOut Music / Sony Music, 2018)
    Nach dreizehnjähriger Albumspause sind Kino wieder mit einem neuen Album am Start. Vom Original Line-up sind nur noch das Duo John Mitchell (Gesang, Gitarre, u.a. Arena, Lonely Robot, It Bites) und Pete Trewavas (Bass, u.a. Marillion, Transatlantic) geblieben, immerhin ist mit It Bites-Keyboarder John Beck als Special Guest ein weiteres Mitglied der Debüt-Besetzung vertreten. Am Schlagzeug hat man Craig Blundell (u.a. Steven Wilson Band) statt dem bereits kurz nach dem Debüt ausgeschiedenen Chris Maitland (ex-Porcupine Tree) verpflichtet.

    "Radio Voltaire" ist eine Art Neuanfang mit leicht verschobenen Verantwortungen. Natürlich ist wie beim Debüt "Picture" eine stilistische Mixtur aus modernem Rock, bombastischem Neo Prog (aber vgl. Johns im Interview eingenommene deutlich kritische Haltung zu dieser Schublade), sinfonischen Elementen und einem deutlichen Hang zu verspielten Melodien und einer kompakten Herangehensweise zu erkennen. Viel erinnert jedoch an das John Mitchell-Projekt Lonely Robot. Dies kommt nicht von ungefähr, denn laut ursprünglichem Plan befand sich Mitchell eigentlich in der Planungsphase zu einem neuen Album seines Soloprojekts. Doch auf Vorschlag der Plattenfirma wurde stattdessen ein neues Kino-Album daraus.

    So wurde Pete Trewavas kontaktiert, und beide schienen von dieser Idee angetan zu sein. Aufgrund der engen Terminpläne - vor allem derer von Pete Trewavas - entstand recht kurzfristig ein Ideenaustausch, bei dem die beiden Hauptbeteiligten ihr Songmaterial vereinten und in knapp zwei Monaten das komplette Album fertig stellten. Erst zu den endgültigen Aufnahmen stieß auch noch John Beck hinzu, der aber dieses mal weniger als Komponist, denn als Gastmusiker seine Beiträge beisteuerte.

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    Die elf Tracks des Albums sind größtenteils im Bereich von vier bis sechs Minuten angesiedelt und da keinerlei Druck bzw. festgelegtes Konzept hinter den Aufnahmen lag, ist das griffige, gleichzeitig anspruchsvolle Songmaterial recht vielschichtig angelegt, wie auch keine markante stilistische Richtung vorherrscht. Doch gerade dies verleiht dem Album auch eine gewisse Lockerheit, da es mehr um die Musik, aber auch das sorgsame Überschreiten von Grenzen, denn um das reine Erfüllen von Fan-Erwartungen geht. Das Material hat deutlichen Rock-Touch, verfügt über genügend Wucht und Druck, driftet jedoch immer wieder wohltuend in instrumentale Ausschmückungen mit jeder Menge prägnanter Gitarrensoli und diverse Keyboardparts ab. Dazwischen sorgen sentimentale Augenblicke und atmosphärische Weitläufigkeit für weitere Abwechslung, gerät der lässige Ritt durch die Genres zu einer sehr kurzweiligen und vor allem gut anhörbaren Angelegenheit.

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    Eine recht vielschichtige Rockscheibe mit Prog- und leichtem Popappeal, die deutlich die Handschrift von John Mitchell aufweist und als Mix zwischen dem Kino-Debüt und den beiden Lonely Robot-Alben zu betrachten ist. Erhältlich ist das Album in unterschiedlichen Ausgaben: als limitierter Digipak mit Bonustracks, Doppel Vinyl und digitaler Download.
    Bewertung: 11/15 Punkten (JM 12, KR 11, KS 11)

    Surftipps zu Kino:
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    Homepage John Mitchell
    Interview mit John im lockeren Kontext des Albums
    Twitter Kino
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    Spotify
    Wikipedia (EN)

    Abbildungen: Kino / InsideOut Music

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    Bombast CD Craig Blundell England InsideOut Music John Beck John Mitchell Kino Melodien Neo Prog Pete Trewavas Pop Rock Sinfonic Rock Sony Music sinfonisch
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    Kristian Selm

    Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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